Reaktion auf Mord an Rabbiner Israel legalisiert Siedlung im Westjordanland

Fünfzig israelische Familien leben in Havat Gilad, eine bislang illegale Siedlung im Westjordanland. Nach dem Mord an einem der Einwohner bekommen die Häuser nun rückwirkend eine Baugenehmigung.

Benjamin Netanyahu
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Benjamin Netanyahu


Die israelische Regierung hat eine israelische Siedlung im Westjordanland nachträglich genehmigt. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die Ermordung eines israelischen Rabbiners vor einem Monat, der in der Siedlung lebte. Aus Regierungskreisen hieß es, die Entscheidung sei einstimmig gefallen.

Premierminister Benjamin Netanyahu sagte, er wolle den Bewohnern von Havat Gilad ein normales Leben ermöglichen. "Wer glaubt, mit dem verachtenswerten Mord an einem Einwohner von Havat Gilad, einem Vater von sechs Kindern, unseren Geist zu brechen und zu schwächen, macht einen bitteren Fehler", sagte Netanyahu.

Im Westjordanland und in Ost-Jerusalem leben mehr als 600.000 jüdische Siedler inmitten von etwa drei Millionen Palästinensern. Die Uno betrachtet sämtliche Siedlungen als illegal. Israel hingegen unterscheidet zwischen genehmigten und nicht genehmigten Siedlungen. In letzteren leben häufig extrem religiöse und nationalistische Siedler.

Vergeltung für ermordeten Rabbi

In dem vor 15 Jahren ohne offizielle Genehmigung errichteten jüdischen Außenposten Havat Gilad leben rund fünfzig Familien. Die Siedlung wird nun als "neue Gemeinde" bezeichnet. Damit erhält sie rückwirkend die nötigen Baugenehmigungen und einen öffentlichen Haushalt.

Anfang Januar war dort der 34-jährige Rabbiner Rasiel Schevah erschossen worden. Bei seiner Beerdigung forderten Israelis Vergeltung. Der Schwiegervater des Rabbiners, Roger Koubi, sagte nun, die Genehmigung zum Ausbau der Siedlung sei eine wichtige Geste und ein kleiner Trost.

Israelisches Militär erschießt zwei Palästinenser

Die israelische Armee fahndet derzeit nach einem 22-jährigen Palästinenser, der die Tat begangen haben soll. Sie konnte ihn aber bisher nicht finden. Bei der Suche erschossen Soldaten Mitte Januar im Norden des Westjordanlands einen Palästinenser, den sie für den Gesuchten hielten, was sich später als Irrtum herausstellte.

Am Samstag setzte die Armee die Fahndung im Westjordanland fort. Dabei kam es erneut zu Zusammenstößen mit der Bevölkerung. Israelische Soldaten erschossen im Dorf Burkin einen 19-jährigen Palästinenser, wie das palästinensische Gesundheitsministerium mitteilte.

koe/AFP/Reuters

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