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Westjordanland: Israel schließt Zwangsräumungen ab

Kochendes Öl, Flaschen, Glühbirnen, Farbe und Ketchup regneten auf die israelischen Sicherheitskräfte im Westjordanland herab. Trotz des heftigen Widerstandes von jüdischen Siedlern meldeten die Streitkräfte am Nachmittag: Die Räumung der Siedlungen ist beendet.

Siedlung Homesch: Israelische Sicherheitskräfte beim Sturm auf ein besetztes Haus
AFP

Siedlung Homesch: Israelische Sicherheitskräfte beim Sturm auf ein besetztes Haus

Sanur - Die Regierung von Ministerpräsident Ariel Scharon hat ihr ehrgeiziges Ziel, die Räumung von 25 jüdischen Siedlungen im Gaza-Streifen und dem Westjordanland, trotz heftiger innenpolitischer Widerstände abgeschlossen. Dies teilte Militärsprecher Hauptmann Jael Hartman am Nachmittag mit. Die Auflösung der Siedlungen wurde in nur zwei Wochen und damit weit schneller erreicht als zunächst geplant. Zuletzt wurden zwei Siedlungen im Westjordanland, Sanur und Homesch, geräumt.

Noch am Morgen hatten die Ultranationalisten die Sicherheitskräfte bei dem Sturm auf eine verbarrikadierte Synagogen und eine alte Zitadelle in der Siedlung Sanur im Westjordanland mit Wurfgeschossen beworfen. Die Abzugsgegner hatten angekündigt, sich aggressiver gegen die Zwangsräumung zu wehren als in den 21 Siedlungen im Gaza-Streifen. Auch die Polizeikräfte waren stärker gerüstet und rückten mit Planierraupen, Wasserwerfern und Schlagstöcken an.

In Homesch verschanzten sich die Abzugsgegner, darunter Dutzende Kinder und Jugendliche, in mehreren Bungalows, die in einem schwer zugänglichen Hain aus Nadel- und Johannisbrotbäumen lagen. "Wir werden es diesen Rottweilern diesmal so schwer wie nur möglich machen, uns hier herauszukriegen", sagte ein 17-jähriger Siedler, der nach der Räumung seiner Heimat-Enklave im Gaza-Streifen nach Homesch geflüchtet war. Unter den Wurfgeschossen der Abzugsgegner überwanden Polizisten mit Leitern und Sägen den Stacheldraht, der dicht um eine Synagoge gelegt war.

Wie im Gaza-Streifen ließ sich aber auch in den beiden Siedlungen ein Großteil der eigentlichen Bewohner ohne viel Widerstand wegbringen, wenn auch unter Tränen und Schimpftiraden. "Es sind nur noch wenige Familien da", sagte ein Armeesprecher am späten Vormittag. "Wir haben es weniger mit Siedlern zu tun, die sich an ihre Häuser klammern, als mit einer großen Zahl von Leuten, die die Siedlung infiltriert haben und einen ideologischen Kampf (aus der Räumung) machen."

Die zügige und weitgehend reibungslose Räumung des Gaza-Streifens löste Hoffnungen auf eine Wiederbelebung des Friedensprozesses aus. So wollen sich Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und Israels Regierungschef Ariel Scharon in Kürze zum dritten Mal in diesem Jahr treffen. Abbas sprach von einem neuen Kapitel in den Beziehungen zwischen den Konfliktparteien. Auf seinen Vorschlag hin wird es in Kürze zu einem Gipfeltreffen mit Scharon kommen. US-Präsident George W. Bush sagte, ein Frieden im Heiligen Land sei nun in Reichweite.

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