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Westjordanland: Dritte Messerattacke auf israelische Grenzposten binnen Tagen

Israelische Soldaten in der Nähe des Angriffsorts bei Nablus: Tödliche Schüsse Zur Großansicht
AP/dpa

Israelische Soldaten in der Nähe des Angriffsorts bei Nablus: Tödliche Schüsse

Ein Palästinenser hat an einem Grenzposten einen israelischen Soldaten mit einem Messer angegriffen - und wurde daraufhin getötet. Es war seit Samstag der dritte Vorfall dieser Art.

Seit Wochen ist die Stimmung zwischen Israelis und Palästinensern noch angespannter als sonst, immer wieder kommt es zu blutigen Übergriffen. Zuletzt hatten zwei Messerangriffe auf israelische Grenzwachen für Aufsehen gesorgt. Nun wird ein weiterer Vorfall dieser Art gemeldet. Ein Palästinenser ist am Montag bei einer versuchten Messerattacke auf einen Israeli an einem Kontrollpunkt im besetzten Westjordanland erschossen worden.

"Ein palästinensischer Angreifer versuchte, auf einen Grenzwächter einzustechen, weshalb ein anderer Grenzwächter auf ihn schoss. Der Angreifer war auf der Stelle tot", erklärte Polizeisprecherin Luba Samri.

Die Tat ereignete sich an der Tapuach-Kreuzung, einem großen Kreisverkehr südlich von Nablus, der auf allen Seiten von israelischen Kontrollposten bewacht wird. Am Tatort lag die Leiche des Erschossenen lange unter einer blauen Decke, weil der palästinensische Krankenwagen in den sofort errichteten Straßensperren steckenblieb.

Am Samstag war an der gleichen Kreuzung ein junger Palästinenser erschossen worden, nachdem er einem Soldaten mit einem Messer mehrere leichte Stichwunden zugefügt hatte. Wenige Stunden zuvor stach ein Palästinenser westlich von Ramallah ebenfalls auf einen Soldaten ein und wurde daraufhin angeschossen.

Die Lage im seit 1967 Jahren besetzen Westjordanland und im annektierten Ostjerusalem ist seit Monaten angespannt. Seit einem tödlichen Brandanschlag mutmaßlich jüdischer Extremisten auf ein palästinensisches Wohnhaus im Westjordanland Ende Juli ist die Situation in dem Palästinensergebiet aber noch weiter eskaliert.

Bei dem Anschlag wurden ein Kleinkind und sein Vater getötet, die Mutter und ein Vierjähriger erlitten schwerste Verletzungen. Die Ermittlungen von Polizei und Geheimdienst im radikalen Siedlermilieu brachten bisher noch keinen Durchbruch oder klaren Hinweis auf die Täter.

jok/dpa

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