Reaktion auf Maduro-Wiederwahl USA weisen venezolanische Diplomaten aus

Die gegenseitigen Strafmaßnahmen zwischen den USA und Venezuela gehen in eine neue Runde: Nun hat Washington zwei venezolanische Diplomaten ausgewiesen. Auch die G7-Staaten üben scharfe Kritik.

Maduro (r.) mit Ex-Fußballstar Diego Maradona
DPA

Maduro (r.) mit Ex-Fußballstar Diego Maradona


24 Stunden bleiben zwei venezolanischen Diplomaten, um die USA zu verlassen. Die Frist ist dem Geschäftsträger der Botschaft Venezuelas sowie dem stellvertretenden Generalkonsul des Konsulats in Houston am Mittwochabend (Ortszeit) gesetzt worden, teilte das US-Außenministerium mit. Die beiden gelten mit der Entscheidung der Ausweisung als unerwünschte Personen.

Washington hatte bereits zuvor neue Sanktionen gegen die Regierung in Caracas verhängt. Hintergrund ist die umstrittene Wiederwahl des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro am vergangenen Wochenende. Die Stimmabgabe habe gegen internationale Standards verstoßen, sind sich auch die G7-Länder sicher. Sie teilten am Mittwoch mit, das Ergebnis der Wahl nicht anzuerkennen.

Maduro hatte bereits auf die US-Sanktionen reagiert, indem er am Dienstag zwei Spitzendiplomaten der US-Botschaft ausweisen ließ. Er warf den Diplomaten Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas vor.

Der sozialistische Präsident steht schon lange in der internationalen Kritik. Nach monatelangen Protesten der Opposition im vergangenen Jahr, bei denen 125 Menschen getötet worden waren, hatte er durch eine verfassunggebende Versammlung de facto das Parlament entmachtet, in dem die Opposition die Mehrheit hatte.

Das lateinamerikanische Land leidet außerdem unter einer schweren Wirtschaftskrise. Lebensmittel, Medikamente sowie Dinge des täglichen Bedarfs sind vielerorts knapp.

Im Video: Mein Leben unter Maduro - Aufstand in Venezuela

dbate.de

vks/dpa/AP



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Seite 1
cyberpommez 24.05.2018
1. Venezuela
leidet in erster Linie unter Sanktionen, die bekanntermaßen immer die normale Bevölkerung treffen. Sanktionen sind Krieg gegen die Zivilbevölkerung und sollten verboten werden, egal wer an der Macht ist, denn treffen tut es immer die Falschen. Kim jong Un leidet auch nicht unter Sanktionen, nur sein Volk hat Hunger.
berlin1136 24.05.2018
2. US Demokratie
Tja so sieht US Demokratie aus. Was denen nicht passt wird weggeputscht (Allende Chile), Weg bomadiert mit fadenscheinigen Begründungen (Saddam Hussein) oder mit Krieg überzogen wie Vietnam. Egal die Cowboys wissen alles besser. Die Welt sollte sich zusammenschließen gegen Trump und Konsorten.
mig68 24.05.2018
3.
Zitat von cyberpommezleidet in erster Linie unter Sanktionen, die bekanntermaßen immer die normale Bevölkerung treffen. Sanktionen sind Krieg gegen die Zivilbevölkerung und sollten verboten werden, egal wer an der Macht ist, denn treffen tut es immer die Falschen. Kim jong Un leidet auch nicht unter Sanktionen, nur sein Volk hat Hunger.
Stimmt, unter Sanktionen leidet die Bevölkerung. Sanktionen wie Devisenkontrolle, Enteignungen einst produktiver Unternehmen, Missmanagement und Korruption.
Hans58 24.05.2018
4.
Zitat von berlin1136Tja so sieht US Demokratie aus. Was denen nicht passt wird weggeputscht (Allende Chile), Weg bomadiert mit fadenscheinigen Begründungen (Saddam Hussein) oder mit Krieg überzogen wie Vietnam. Egal die Cowboys wissen alles besser. Die Welt sollte sich zusammenschließen gegen Trump und Konsorten.
Erst hat Venezuela zwei US-Diplomaten ausgewiesen, daraufhin - und das ist weltweit übliche diplomatische Praxis - haben die USA zwei venezolanische Diplomaten ausgewiesen. In dem Fall ist Ihre Trump Schelte fehl am Platze. Auch die G 7-Staaten haben den "Wahlsieger" Maduro nicht anerkannt.
uli_san 24.05.2018
5. Die Regierung...
...eines Landes mit 13.000% Inflation (manche sprechen von bis zu 388.000% in diesem Jahr) steht wohl jenseits jeder wohlwollenden Beschreibung. Ich denke, dass selbst eingefleischteste Sozialismusanhänger an Maduro nichts Gutes entdecken können. Aber ja, böse Kräfte aus dem Ausland oder gar George Sorros haben sicher wieder ihre Hände im Spiel. Das kennt man ja aus allen Autokratien. Diese Anschuldigungen sind uns in unserer europäischen Nachbarschaft ja auch bekannt.
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