WikiLeaks-Affäre USA verweisen Ecuadors Botschafter des Landes

Der WikiLeaks-Streit zwischen Ecuador und den USA verschärft sich: Nun muss der Botschafter des südamerikanischen Landes sein Büro in Washington räumen - und "möglichst bald" ausreisen. Zuvor war es seiner US-Kollegin in Quito ähnlich ergangen.


Washington - Die diplomatische Krise zwischen den USA und Ecuador geht in die nächste Runde. Die USA forderten am Donnerstag den Botschafter Ecuadors in Washington, Luis Gallegos, zum Verlassen des Landes auf. Für Juni geplante bilaterale Gespräche wurden abgesagt. Auf der Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlichte geheime US-Dokumente hatten den Streit ausgelöst.

Am Dienstag hatte die Regierung in Quito die US-Botschafterin Heather Hodges zur unerwünschten Person erklärt. Grund waren kritische Äußerungen der Diplomatin über Präsident Rafael Correa. Sie hatte in den internen Dokumenten geschrieben, Correa müsse nach Ansicht ungenannter Mitarbeiter der US-Botschaft von Korruption in der Polizeiführung gewusst haben. WikiLeaks hatte die Depeschen öffentlich gemacht.

Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño rechtfertigte die Ausweisung damit, dass Hodges keine "zufriedenstellende Erklärung" für diese "falschen" Vorwürfe habe geben können.

Am Donnerstag wurde nun Gallegos ins Washingtoner Außenministerium zitiert und zum "möglichst baldigen" Verlassen des Landes aufgefordert. Das "ungerechtfertigte Vorgehen" der Regierung in Quito habe den USA keine andere Wahl gelassen, sagte ein Außenamtssprecher.

jok/dpa



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psypunk 07.04.2011
1. dr titel
Zitat von sysopDer WikiLeaks-Streit zwischen Ecuador und den USA*verschärft sich: Nun muss der Botschafter des südamerikanischen Landes sein Büro*in Washington räumen - und "möglichst bald" ausreisen. Zuvor war es seiner US-Kollegin in Quito ähnlich ergangen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,755767,00.html
weist du meine diplomaten aus, weise ich deine aus. kindergarten! (immerhin beruhigt es mich, daß peinliche politik ein weltweites phänomen ist, und kein deutsches [/zynismus])
Kriegsgegner 07.04.2011
2. Wann hören die Amerikaner endlich auf,...
sich in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Sie haben doch inzwischen Probleme genug im eigenen Land, ich denke da besonders an die Rekordverschuldung und den Streit zwischen Demokraten und Republikanern um die Bereit- stellung finanzieller Mittel, der mittlerweile die Arbeits- fähigkeit der amerikanischen Regierung bedroht. Also ameri- kanische Politiker, die Ärmel hochkrempeln, damit der Staat im eigenen Land nicht Pleite geht und Hände weg von Ange- legenheiten derjenigen Länder , die entweder linksgerichtete Regierungen haben oder anderer Meinung sind, als die "Groß- macht" Amerika!
Bravofox 08.04.2011
3. ein weiteres Land
Zitat von sysopDer WikiLeaks-Streit zwischen Ecuador und den USA*verschärft sich: Nun muss der Botschafter des südamerikanischen Landes sein Büro*in Washington räumen - und "möglichst bald" ausreisen. Zuvor war es seiner US-Kollegin in Quito ähnlich ergangen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,755767,00.html
Will "Nobelpreisträger" Obama, da ein weiteres Land überfallen.
Ursprung 08.04.2011
4. Statusgehabe
Kommt mir vor wie vom Huehnerhof abgekupfert, dieses gegenseitige Gockelspiel. Gibts denn keine sachlich-praktische Themen, zu denen 2 diplomatische Corps aus unterschiedlichen Laendern sinnvoller ihre gegenseitigen Meinungsverschiedenheiten beleuchten koennen?
Koltschak 08.04.2011
5. Quid pro quod...
...ein eherner Grundsatz in der Diplomatie!
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