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WikiLeaks-Gründer: Assanges Mutter sorgt sich um ihren Sohn

Unterstützer von Assange vor der Botschaft Ecuadors in London: "Lasst Assange frei" Zur Großansicht
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Unterstützer von Assange vor der Botschaft Ecuadors in London: "Lasst Assange frei"

Seit mehr als drei Jahren lebt Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London - "in willkürlicher Haft", sagt die Uno. Die Mutter des WikiLeaks-Gründers zeigt sich besorgt: Ihrem Sohn gehe es schlecht.

Seit Juni 2012 sitzt Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London fest. Der WikiLeaks-Gründer hält sich seitdem ohne Unterbrechung in dem Gebäude der Botschaft auf. Er wohnt auf 20 Quadratmetern und kann das Haus nicht verlassen - sonst riskiert er, festgenommen zu werden.

Die Mutter von Assange fürchtet um ihren Sohn, er sei krank, sagte Christine Assange am Freitag dem australischen Rundfunksender ABC. "Sein Körper gibt langsam auf, er hat schon Herzprobleme, eine chronische Lungenentzündung und schwere Schulterschmerzen." Ärzte hätten eine Stunde Sonnenlicht pro Tag empfohlen, "aber die britische Regierung verweigert dies", sagte sie weiter.

Bilder hatten zuletzt einen blassen Assange gezeigt. Er bekomme kein Sonnenlicht, habe kaum Platz, um Sport zu machen, hatte er bereits im Sommer 2014 gesagt.

WikiLeaks-Gründer Assange Zur Großansicht
REUTERS

WikiLeaks-Gründer Assange

Die britische Polizei will Assange aufgrund eines Haftbefehls aus Schweden festnehmen. Dort wird wegen Verdachts auf Vergewaltigung gegen den 44-Jährigen ermittelt. Er bestreitet die Vorwürfe. Assange fürchtet zudem, über Schweden an die USA ausgeliefert zu werden. In den Vereinigten Staaten droht ihm wegen Veröffentlichung geheimer Dokumente auf der Enthüllungsplattform WikiLeaks ebenfalls eine Anklage. Der WikiLeaks-Gründer sorgte 2010 mit einer Enthüllungsserie für eine globale Diplomatiekrise und prägte die Whistleblower-Bewegung.

Wie am Donnerstag bekannt wurde, hält eine Expertengruppe des Uno-Menschenrechtsrats Assanges Botschaftsaufenthalt für eine "unrechtmäßige Haft". Das hatte die schwedische Regierung verlauten lassen - ein zumindest moralischer Sieg für Assange. Schwedische Behörden seien "zu einem anderen Ergebnis gekommen", betonte eine Sprecherin am Donnerstag. Auch britische Behörden stehen auf dem Standpunkt, dass Assange sich freiwillig in der Botschaft aufhält.

Die Expertengruppe des Menschenrechtsrats will ihr Urteil um 9 Uhr offiziell in Genf veröffentlichen. Assange hat für 13 Uhr eine Pressekonferenz über Skype angekündigt.

heb/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1.
danielc. 05.02.2016
Freiwillig ist so eine Sache... ... wenn die Alternative Gefängnis mit dem Risiko an ein nichtzuständiges Gericht un USA überführt zu werden, würde ich wohl auch nicht vor die Tür gehen. Eine Vergewaltigung ist ein verabscheuungswürdiges Verbrechen, allerdings ebenfalls eine ideale Vorlage um jemannden grundlos festzunehmen. Da er Australier ist, kann er nicht unrechtmäßig die Geheimnisse des vereinigten amerikanischen Staates verraten. Sonst müssten unter ähnlichem Vorwand jeder Mitarbeiter eines Geheimdienstes angezeigt werden. ... egal ob Freund oder Feind.
2. Haft
letitbe 05.02.2016
Falls das mit der Vergewaltigung stimmt, gibt es keine Alternative als eine entsprechende Strafe. Was sind denn heute noch geheime Akten? Die Welt hat ein Recht auf die Wahrheiten und wer hat das Recht sie zu verheimlichen?
3. Das Ergebnis
danreinhardt 05.02.2016
.. War doch klar. Nur die Folgen leider auch. Passieren wird nichts, trotz Feststellung eines UN Gremiums. Wenn es auch wenig zu sagen hat, zeigt es aber dennoch dass alle schwarzmaler den USA hier nicht zusprechen können Einfluss genommen zu haben. Spannendes Thema
4. Haftbefehl ist Haftbefehl
abc-xyz 05.02.2016
Assange scheint sich für etwas besseres zu halten, wenn er meint sich eines Haftbefehls entziehen zu wollen. Das ist eher die Handlungsweise eines Schuldbewussten. Für mich gehört er vor Gericht und kann dort gegen die Vorwürfe Stellung beziehen. Offenkundig will aber weiterhin seiner Show bei RussiaToday fröhnen, wofür er alleine schon Missachtung verdient.
5. ?
janne2109 05.02.2016
Zitat von letitbeFalls das mit der Vergewaltigung stimmt, gibt es keine Alternative als eine entsprechende Strafe. Was sind denn heute noch geheime Akten? Die Welt hat ein Recht auf die Wahrheiten und wer hat das Recht sie zu verheimlichen?
Haben Sie den ganzen Fall beobachtet? Darüber gelesen ( was uns Journalisten haben wissen lassen)? NEIN, wohl nicht. Es geht ihm nicht um den Vergewaltigungsvorwurf, vor dem hat er keine Angst, er hat Angst nach Amerika ausgeliefert zu werden. Und offensichtlich vergisst und verzeiht Amerika kein Vergehen auch wenn hunderte inzwischen Geheimnisse ausgeplaudert haben und sie für uns Bürger sehr interessant waren..
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