Putin zum türkischen Jet-Abschuss "Das werden sie noch bereuen"

Russlands Präsident Putin droht der Türkei im Streit über den abgeschossenen Kampfbomber massiv. In seiner Rede zur Lage der Nation sagte er: "Wer glaubt, dass es bei Wirtschaftssanktionen bleibt, der irrt sich gewaltig."


Die russische Regierung hat auf den Abschuss des russischen Su-24-Kampfjets mit harten Strafmaßnahmen geantwortet. Bei seiner Rede zur Lage der Nation hat Präsident Wladimir Putin nun der Türkei massiv gedroht: "Ein Verrat ist immer eine Schmach. Wir wissen ganz genau, wer unseren Flieger abgeschossen hat", sagte Putin. "Wer glaubt, dass es bei Wirtschaftssanktionen bleibt, der irrt sich gewaltig."

Wie genau diese Reaktion jedoch aussehen werde, ließ Putin offen. Es solle jedoch verantwortungsvoll gehandelt werden: "Wir werden kein Säbelrasseln mit der Türkei zulassen." Sicherheitskräfte und Geheimdienste seien jedoch mobilisiert. Dann drohte er der Türkei aber erneut: "Das werden sie noch bereuen. Wir wissen, was zu tun ist."

Der russische Präsident sagte, der Kreml sei zuvor bereit gewesen, über die sensibelsten Fragen mit der türkischen Regierung zu sprechen. Doch: "Offensichtlich hat Allah selbst beschlossen, die Verantwortlichen zu bestrafen."

Putin warnte die Türkei: "Die Banditen dürfen keinen Unterschlupf bekommen." Es dürfe kein "verbrecherisches Business mit den Verbrechern" geben, so der russische Präsident. Eine Anspielung auf die vom Kreml erhobenen Vorwürfe, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan selbst sei in Öl-Geschäfte mit dem "Islamischen Staat" (IS) verstrickt. "Wir wissen, wer sich in der Türkei das Geld in die Taschen steckt."

Der russische Energieminister Alexander Novak kündigte am Donnerstag an, Russland werde den Bau derPipeline Turk Stream stoppen. Durch die geplante Pipeline vom russischen Küstenort Anapa sollen jedes Jahr bis zu 63 Milliarden Kubikmeter Gas strömen. Sie soll durch das Schwarze Meer bis nach Griechenland führen. Außer Griechenland und der Türkei haben auch Ungarn, Mazedonien und Serbien Interesse an einem Anschluss an die Pipeline bekundet. Auch Gespräche über den Bau eines Atomkraftwerks in der Türkei würden nicht abgeschlossen, sagte Novak.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu reagierte umgehend: "Niemand schenkt den Lügen der sowjetischen Propagandamaschinerie Beachtung", sagte er. Die "sowjetischen Charaktereigenschaften Russlands" kämen nach und nach ans Tageslicht.

Außerdem warnte Putin auch vor der Terrorgefahr aus Syrien, wo Russland mit Zustimmung von Präsident Baschar al-Assad Luftschläge fliegt. "Im Kampf gegen den Terrorismus hat Russland äußerste Verantwortung und Führung gezeigt", sagte Putin. Es sei ein Kampf für die Freiheit, Wahrheit und Gerechtigkeit. Er erinnerte an die Opfer von Beslan, Moskau, Wolgograd und des Flugzeugs, das über der Sinai-Halbinsel zerstört wurde.

vek

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