Bisher nur telefoniert Putin erwägt Treffen mit Trump in Slowenien

Donald Trump und Wladimir Putin könnten ihr erstes persönliches Treffen in Ljubljana abhalten. Dort könnte es auch um einen Abrüstungsvertrag gehen, über den es beim ersten Telefonat zwischen beiden Verwirrung gegeben haben soll.

Wladimir Putin
AP

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Sloweniens Präsident Borut Pahor hat in einem Gespräch mit Wladimir Putin die Hauptstadt seines Landes als möglichen Ort für ein Treffen zwischen Donald Trump und dem Kreml-Chef ins Spiel gebracht. Putin ist nicht abgeneigt: "Slowenien ist natürlich ein hervorragender Ort, um ein solches Treffen abzuhalten", sagte Putin in Moskau nach einem Treffen mit Pahor. Das hänge auch von den USA ab, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

In Ljubljana hatten sich 2001 auch erstmals US-Präsident George W. Bush und Putin persönlich begrüßt und ausgetauscht. Zudem stammt Trumps Ehefrau Melania Trump aus Slowenien. Zuletzt war in Medienberichten unter anderem auch Island als möglicher Treffpunkt im Gespräch gewesen.

Ein Datum nannte Putin nicht. Sowohl aus der Führung in Moskau als auch aus Washington hieß es zuletzt, dass die Vorbereitungen für eine Begegnung noch lange nicht abgeschlossen seien. Russland hofft auf eine Verbesserung des zerrütteten Verhältnisses zu den USA unter dem Republikaner Trump.

Ende Januar hatten Trump und Putin erstmals miteinander telefoniert - doch das Gespräch verlief nach Angaben von Regierungskreisen nicht komplett reibungslos. Demnach soll der US-Präsident den noch unter Barack Obama ausgehandelten Abrüstungsvertrag kritisiert haben. Das "New START" genannte Abkommen, das die Zahl der Atomsprengköpfe verringern soll, sei ein schlechter Deal für die USA, sagte Trump nach Angaben von US-Regierungskreisen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Putin soll sogar eine Ausweitung von "New START" angesprochen haben. Trump habe daraufhin das Telefonat unterbrochen, um seine Berater zu fragen, worum es in dem Vertrag gehe, berichtete Reuters. Dann habe Trump Putin geantwortet, der Vertrag sei eines von mehreren unter seinem Vorgänger Obama ausgehandelten schlechten Abkommen. "New START" bevorzuge Russland, habe Trump gesagt.

Das Abkommen gibt beiden Staaten bis Februar 2018 Zeit, die Zahl ihrer Atomsprengköpfe auf jeweils maximal 1550 zu verringern. Das ist die niedrigste Zahl seit Jahrzehnten.

mho/dpa/Reuters



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