Ukrainekonflikt Putin hält Frieden mit Kiew für ausgeschlossen

Russlands Präsident Wladimir Putin gibt der ukrainischen Regierung die Schuld an der Konfrontation auf dem Schwarzen Meer: "Solange sie an der Macht ist, werden Tragödien dieser Art und der Krieg andauern."

Wladimir Putin
AP

Wladimir Putin


Der russische Präsident Wladimir Putin hat der ukrainischen Führung vorgeworfen, nicht an einer friedlichen Lösung des Konfliktes interessiert zu sein. Das zeige sich an den Kämpfen im Donbass in der Ostukraine wie bei dem jüngsten Zwischenfall auf dem Schwarzen Meer, der eine Provokation gewesen sei. Das sagte Putin bei seiner Abschluss-Pressekonferenz auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires.

"Das ist eine Partei des Krieges, und solange sie an der Macht ist, werden Tragödien dieser Art und der Krieg andauern", sagte er über die Führung in Kiew. Diese habe kein Interesse daran, den Konflikt beizulegen, "schon gar nicht mit friedlichen Mitteln", sagte Putin. Ständig mache sie die angebliche russische Aggression für ihre Misserfolge verantwortlich.

Die jüngste Konfrontation zwischen Russland und der Ukraine hatte sich am Wochenende zuvor an der Straße von Kertsch ereignet. Die russische Küstenwache hatte dort drei ukrainische Marineschiffe beschossen und aufgebracht. Im Donbass führt Russland seit 2014 einen verdeckten Krieg, indem es prorussische Separatisten mit Waffen, Munition und Kämpfern unterstützt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach vor Abschluss des G20-Treffens mit Putin in Buenos Aires über die erneute Eskalation, sie vereinbarten diplomatische Beratungen im Rahmen des Normandie-Formats, an dem neben Russland und der Ukraine auch Deutschland und Frankreich beteiligt sind. Außerdem pochte die Kanzlerin auf freien Schiffsverkehr im Asowschen Meer.

mal/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.