Putin reist nach Österreich Kommt ein Zar nach Wien

Wladimir Putin reist nach Wien, um mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz über bessere Beziehungen zu sprechen. Der russische Präsident erklärte zuvor in einem TV-Interview, er wollte die EU nicht spalten.

Wladimir Putin
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Wladimir Putin wird nur von wenigen Regierungen in der Europäischen Union mit offenen Armen empfangen - die österreichische um Kanzler Sebastian Kurz gehört dazu. Am Dienstag reist Russlands Präsident nun nach Wien und damit erstmals seit seiner Wiederwahl in die EU.

Auf dem Programm stehen Gespräche mit der Staats- und Regierungsspitze über die Vertrauenskrise zwischen Ost und West. Österreich, das im Juli die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen wird, will sich in der Konfrontation als diplomatischer Brückenbauer positionieren.

Zwar trägt Österreich die harten EU-Sanktionen gegen Russland wegen der Annexion der Krim mit, tritt aber auch für eine schrittweise Wiederannäherung ein. Die mitregierende populistische FPÖ spricht sich sogar für eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland aus.

"EU unser wichtigster Handels- und Wirtschaftspartner"

Anlass des Besuchs ist der 50. Jahrestag des ersten Gas-Liefervertrags zwischen Österreich und der damaligen Sowjetunion. Der teilstaatliche österreichische Energiekonzern OMV zählt auch zu den Investoren für das umstrittene Acht-Milliarden-Pipelineprojekt Nord Stream 2, mit dem Gas unter Umgehung des Transitlandes Ukraine über die Ostsee direkt von Russland nach Deutschland fließen soll. Putin dürfte die Rolle Moskaus als zuverlässigen Energielieferanten für Europa unterstreichen.

In einem Interview mit dem ORF bestritt Putin vor seiner Abreise, dass sein Land eine instabile Europäische Union für politisch vorteilhaft halte. "Wir verfolgen nicht das Ziel, etwas oder jemanden in der EU zu spalten. Wir sind vielmehr daran interessiert, dass die EU geeint ist und floriert, weil die EU unser wichtigster Handels- und Wirtschaftspartner ist", sagte er. Etwaige Kontakte auf Parteiebene zu EU-kritischen Bewegungen dienten jedenfalls nicht dem Ziel einer Destabilisierung der EU.

dop/dpa



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