U-Boot-Einsatz Russland testet vier atomwaffenfähige Raketen

Der Waffentest erfolgte auf persönlichen Befehl von Kreml-Chef Putin: Russland hat bei einer Militärübung den Einsatz von Interkontinentalraketen geprobt. Sie flogen Tausende Kilometer weit.

Wladimir Putin
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Russland hat nach Angaben des Präsidialamtes in Moskau vier atomwaffenfähige Langstreckenraketen getestet. Oberbefehlshaber Wladimir Putin habe die gemeinsame Übung der Raketentruppen, der Luftwaffe sowie der Nord- und der Pazifik-Flotte persönlich überwacht, sagte ein Kreml-Sprecher. Auch den Abschussbefehl gab er demnach persönlich.

Die russischen Truppen schossen bei der Übung drei mit Nuklearsprengköpfen bestückbare Interkontinentalraketen von Atom-U-Booten aus ab. Zwei flogen über Tausende Kilometer aus dem Ochotskischen Meer am Rande des Pazifiks auf einen Übungsplatz im Nordwesten Russlands. Eine flog in entgegengesetzter Richtung.

Russische Atomrakete vom Typ Topol
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Russische Atomrakete vom Typ Topol

Ein weiteres Geschoss vom Typ Topol wurde vom militärisch genutzten Kosmodrom Plessezk in Nordrussland aus auf das Raketentestgelände Kura auf der Halbinsel Kamtschatka gefeuert. Die Übung sei planmäßig verlaufen, hieß es aus Moskau.

Warum der Test gerade jetzt erfolgte, ist nicht bekannt. Bereits am Vortag hatte ein Gesandter aber angekündigt, dass die großen "Sapad"-Militärmanöver an der Nato-Ostgrenze häufiger abgehalten werden sollen. Im Westen wird das als Provokation verstanden.

Statt wie bisher alle vier Jahre sollen alle Teilstreitkräfte des russischen Militärs mit bis zu 100.000 Mann, Hunderten Panzern und Kampfjets ab sofort alle zwei Jahre eine Großübung mit Weißrussland wie im vergangenen September abhalten.

mho/dpa/Reuters



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