"Kompetenter und reifer Politiker" Putin lobt Kim

Der Streit um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm wird zwischen Donald Trump und Kim Jong Un auch auf persönlicher Ebene furios geführt. Russlands Präsident Putin sieht den Machthaber in Pjöngjang als Gewinner.

Wladimir Putin
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Kreml-Chef Wladimir Putin sieht im Streit über Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm nur einen Sieger: Pjöngjang. " Kim Jong Un hat seine strategische Aufgabe gelöst: Er hat einen Atomsprengkopf, jetzt hat er auch eine Rakete mit 13.000 Kilometern Reichweite, die an jedem Ort einen möglichen Gegner ausschalten kann", sagte Putin in Moskau.

Russlands Präsident sparte nicht an Komplimenten für den nordkoreanischen Machthaber: Kim sei gerissen und handle wohlüberlegt, sagte Putin. Er habe die jüngste Runde im Streit über sein Atomwaffen- und Raketenprogramm gewonnen.

Der Nordkoreaner könne nun auf Entspannung setzen. "Er ist ein kompetenter und reifer Politiker", lobte der Kreml-Chef den 34-jährigen Machthaber des isolierten kommunistischen Landes. Eine Lösung des Atomproblems sei nur durch Verhandlungen zu erreichen.

Uno verhängt Sanktionen

In den vergangenen Monaten hatte Nordkoreas Machthaber Kim die internationale Gemeinschaft mit Raketentests und dem bislang gewaltigsten Atomtest provoziert. Er verstieß damit gegen Resolutionen der Vereinten Nationen.

Nordkorea argumentiert, es benötige seine Waffenprogramme zur Verteidigung gegen die USA. Zudem lieferte sich Kim einen verbalen Schlagabtausch mit US-Präsident Trump, was vor dem Hintergrund der nordkoreanischen Raketen- und Atomwaffentests international die Sorge vor einem Atomkrieg auslöste. Die Uno verhängte daraufhin mehrfach Sanktionen, denen auch Russland zustimmte.

Russland lenkt Verdacht nach Drohnenangriff auf Ukraine

Bei dem Wahlkampfauftritt vor führenden Moskauer Medien äußerte sich Putin auch zu dem abgewehrten Drohnenangriff auf die russischen Militärstützpunkte in Syrien. Die mit Sprengkörpern bestückten Fluggeräte wirkten harmlos, dahinter stehe aber hoch entwickelte Technik, sagte er. Russland wisse auch, welches Land die syrische Opposition damit beliefert habe, "und es waren nicht die Türken".

Das russische Militär bemüht sich seit Tagen, nach dem Schwarmangriff mit 13 Drohnen den Verdacht Richtung USA zu lenken, ohne dies klar zu sagen. Am Donnerstag wurden mehrere Fluggeräte in Moskau gezeigt. Dabei legte General Alexander Nowikow eine weitere Spur: Der gefundene Sprengstoff werde unter anderem in der Ukraine hergestellt.

mho/dpa



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