Treffen in Moskau Russland und Saudi-Arabien wollen enger zusammenarbeiten

Der saudische König Salman hat Putin in Moskau besucht - Russlands Präsident nannte das Treffen einen "Meilenstein". Zentrale Themen waren der Syrienkrieg und der Ölmarkt. Auch ein Waffendeal wurde wohl abgeschlossen.

König Salman und Putin
AFP

König Salman und Putin


Russland und Saudi-Arabien wollen in Zukunft eng miteinander zusammenarbeiten. Das hat ein historischer Staatsbesuch des saudi-arabischen Königs Salman Bin Abdelaziz Al Saud beim russischen Präsidenten Wladimir Putin ergeben.

Laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow wollen beide Länder auf zahlreichen Gebieten kooperieren, darunter auch in den Bereichen Weltraum und Nuklearenergie. Russische und saudi-arabische Offizielle haben im Kreml laut der Nachrichtenagentur Reuters eine Vereinbarung unterschrieben, die vorsieht, einen gemeinsamen Investitionsfonds in Höhe von einer Milliarde Dollar einzurichten.

Putin nannte das Treffen einen "Meilenstein". König Salman ist der erste saudische Monarch, der Russland besucht. Salman wiederum sagte, der Besuch würde die Verbindungen der beiden Nationen "im Interesse von Frieden und Sicherheit" stärken.

Beobachter sehen die Bedeutung unterdessen vor allem darin, dass Saudi-Arabien zwar traditionell mit den USA zusammenarbeitet, sich nun aber Russland zuwendet. Der steigende Einfluss Moskaus in der arabischen Welt lässt Riad nach alternativen Partnern suchen.

Russland will Gestaltungsmacht im Nahen Osten

Mit Blick auf Moskaus Rolle im syrischen Bürgerkrieg werteten Experten die Gespräche als klare Untermauerung von Russlands Anspruch als Gestaltungsmacht im Nahen Osten. Russischen Agenturen zufolge unterschrieben die Delegationen zudem ein Memorandum über den möglichen Verkauf russischer Waffen an Riad. König Salman betonte, dass Saudi-Arabiens und Russlands Sicht auf regionale Fragen in vielem übereinstimmten.

Dass es aber auch Probleme zwischen den Nationen gibt, verdeutlichte eine scharfe Warnung Saudi-Arabiens in Richtung Iran. Die Führung in Teheran dürfe die Lage im Bürgerkriegsland Jemen nicht destabilisieren, sagte Salman.

Iran ist ein enger Verbündeter Russlands und unterstützt gemeinsam mit Moskau die syrische Führung im Bürgerkrieg militärisch. Das sunnitisch dominierte Saudi-Arabien und das schiitisch geprägte Iran ringen um die Vorherrschaft in der Region. Kremlsprecher Dmitri Peskow machte aber deutlich, dass der Besuch des Königs keinen Einfluss auf die Beziehungen Russlands zu Iran haben werde.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Gespräche war auch die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Riad im Ölsektor. Saudi-Arabien als größter Produzent in der Organisation erdölfördernder Länder (Opec) und Russland als wichtigstes Nicht-Opec-Mitglied hatten Anfang des Jahres eine Drosselung der Förderung beschlossen, um die Preise zu stabilisieren. König Salman lobte die Einigung mit Russland. Zusammen sind Russland und Saudi-Arabien für 25 Prozent der weltweiten Ölproduktion verantwortlich.

aev/dpa/Reuters



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