Putin als Gast von Österreichs Außenministerin Besuch bei Hochzeit angeblich "rein privat"

Wladimir Putin wehrt sich gegen Kritik: Seine Teilnahme an der Hochzeit der österreichischen Außenministerin sei nicht politisch motiviert gewesen. Es habe auf der Reise aber auch politische Treffen gegeben.

Karin Kneissl mit Bräutigam Wolfgang Meilinger (l.) und Wladimir Putin
DPA

Karin Kneissl mit Bräutigam Wolfgang Meilinger (l.) und Wladimir Putin


Der Besuch Wladimir Putins bei der Hochzeit der österreichischen Außenministerin Karin Kneissl wurde von Kritik und Gerüchten begleitet. Der russische Präsident hat seine Teilnahme nun verteidigt und erklärt, sie habe keine politischen Gründe gehabt.

"Das war eine rein private Reise", sagte der Kremlchef bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö in Sotschi.

Die parteilose Kneissl ist von der rechtspopulistischen FPÖ, dem Juniorpartner im österreichischen Regierungsbündnis, zur Außenministerin gemacht worden. Die Opposition in Österreich hatte Kneissls Einladung an Putin scharf kritisiert und ihr vorgeworfen, ihre Hochzeit politisch zu instrumentalisieren.

Einer der Kritikpunkte: Die Nähe und Vertrautheit signalisierende Geste könne die Vermittlerrolle Österreichs, das aktuell den EU-Ratsvorsitz innehat, zum Beispiel im Ukrainekonflikt beschädigen, hatte es im Vorfeld geheißen.

Die Beziehungen zwischen der EU und Moskau sind insbesondere wegen Russlands Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014 und seiner Rolle beim Konflikt in der Ost-Ukraine angespannt. Die EU belegte Russland deswegen mit Sanktionen.

Putin wird immer wieder vorgeworfen, er wolle die EU spalten, insbesondere durch Verbindungen zu populistischen Parteien in den Mitgliedstaaten. Die FPÖ unterhält seit Jahren Beziehungen zur russischen Regierungspartei Einiges Russland. 2016 gingen die beiden Parteien eine Partnerschaft ein.

Politische Gespräche mit Kurz und Kneissl

Putin war am Samstag vor seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Kneissls Hochzeit nach Gamlitz, einem Winzerort in der Nähe von Graz, gereist. Während seiner anderthalbstündigen Visite überreichte er der Braut einen Blumenstrauß und ließ den Don-Kosaken-Chor, den er aus Russland mitgebracht hatte, ein Ständchen singen. Außerdem tanzte Putin mit Kneissl. Für Empörung in ihrem Heimatland sorgte es, dass die Chefdiplomatin nach dem Tanz einen tiefen Knicks vor dem russischen Staatschef machte.

Wladimir Putin (l.) und Sebastian Kurz
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Wladimir Putin (l.) und Sebastian Kurz

Und auch wenn Putin betonte, die Reise habe private Gründe gehabt, räumte der Präsident ein, dass er seinen Österreich-Besuch auch für politische Gespräche genutzt habe. "Trotz der Feier haben wir mit der Außenministerin und dem österreichischen Kanzler sprechen können", sagte der Kremlchef. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte Putin nach dessen Besuch bei der Hochzeit im Auto zum Grazer Flughafen begleitet.

Putin hob hervor, Österreich spiele "eine große, sehr positive Rolle nicht nur in den bilateralen Beziehungen, sondern auch beim Aufbau eines Dialogs zwischen Russland und der EU".

aev/AFP



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