Papier im Wortlaut Putins Sieben-Punkte-Plan

Russlands Präsident Wladimir Putin hat zur Lösung des Konflikts in der Ostukraine einen Plan vorgelegt. Dieser sieht sieben Punkte vor - das Papier im Wortlaut.

Präsident Putin: Aktionsplan zur Lösung des Konflikts
REUTERS

Präsident Putin: Aktionsplan zur Lösung des Konflikts


"Für das Ziel, das Blutvergießen zu beenden und die Lage im Südosten der Ukraine zu stabilisieren, denke ich, dass die gegnerischen Seiten umgehend die folgenden Handlungen vereinbaren und koordiniert umsetzen sollten:

1. Beendigung der aktiven Angriffsoperationen der bewaffneten Kräfte, bewaffneter Formationen sowie der Aufständischen im Südosten der Ukraine in den Gebieten Donezk und Luhansk,

2. Rückzug der bewaffneten Einheiten der Regierungstruppen der Ukraine auf eine Entfernung, von der aus ein möglicher Beschuss bewohnter Punkte durch Artillerie und alle Arten systematischer Feuersalven auszuschließen ist,

3. Eine vollwertige und objektive internationale Kontrolle über die Beachtung der Bedingungen der Feuerpause und ein Monitoring der Lage in einer eigens geschaffenen Sicherheitszone,

4. Kein Einsatz der Luftstreitkräfte gegen Zivilisten und Orte in der Konfliktzone,

5. Ein Austausch der gewaltsam festgehaltenen Personen nach dem Prinzip "alle gegen alle" ohne Vorbedingungen,

6. Eine Öffnung von humanitären Korridoren für Flüchtlinge und für die Lieferung von Hilfsgütern in Städte und Orte des Donbass, des Donezker und des Luhansker Gebiets und

7. Reparaturbrigaden für die betroffenen Orte des Donbass, um zerstörte Objekte der sozialen und lebensnotwendigen Infrastrukturen wiederherzustellen und Hilfe bei der Vorbereitung auf den Winter zu gewährleisten."

heb/dpa/AFP/Reuters

insgesamt 36 Beiträge
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paul-tostedt 03.09.2014
1. Sieben-Punkte-Plal
Diesen Plan halte ich für sehr Vernünftig, die kiever Regierung solle ihn annehmen ...
testi 03.09.2014
2. Bin schon oft entäuscht worden...
aber bis auf Punkt 2, ( da praktisch unmöglich ) klingt das doch recht vernünftig. Putin scheint zu merken, dass dieser eigentlich geplante "schnelle" Feldzug um die Ost-Ukraine zu nehmen, sich mehr und mehr zum wirtschaftlichen Problem Russlands darstellt. Oder will man nur weiteren Sanktionen entgehen? Russische Politik...leider uneinschätzbar.
mimas101 03.09.2014
3. Kiew sollte auf das Angebot verzichten
zum einen, man las es auf SPON, halten sich die sog. Volksrepubliken, die Moskau als Feigenblättchen versucht zu installieren, nur noch mit direkter russischer Militär-Unterstützung. Zum anderen fordert Putin genau das was er eigentlich militärisch durchsetzen könnte (oder zumindest versucht hatte): 1. Sog. humanitäre Hilfen (sprich auch leere LKWs zum Abtransport von gefallenen Russen pp). Mangels weiterer Hinweise unkontrolliert. Damit ist für direkte Waffenlieferungen pp reichlich Raum. 2. Wie bitte? Die Region gehört zum ukrainischen Staat und die Russen sind (mittels der sog. "Separatisten") dort eingefallen. Damit hat sich alleinig Rußland zurückzuziehen. Putin führt sich auch weiterhin so auf als wenn die Ukraine bereits Teil Rußlands wäre. 3. Die Zivilbevölkerung im Kampfgebiet ist lt. SPON garnicht direkt betroffen. Auch hier will Putin lediglich Freiräume für seinen Feldzug haben. Offensichtlich ist Putin weiterhin auf Eroberungen und dem Anschluß des industrialisierten Teils der Ukraine an Rußland aus. Da es militärisch nicht sonderlich klappt versucht er es jetzt wieder nach der Schiene "Wie haben wir es ansonsten gemacht?". Pikant: Spielt die Ukraine nicht so mit wie Moskau es wünscht dann werden durch Rußland direkt die Kampfhandlungen unbeirrt fortgeführt werden - Argument: "Fehlender Friedenswille" oder so.
ulrich-lr. 03.09.2014
4. Plan
Man fragt sich, warum dieser Vorschlag nicht längst aus Deutschland oder von der EU gekommen ist. Wenigstens ein ähnlicher Plan. Bezeichnenderweise kommen jedoch keinerlei Lösungsvorschläge aus dem Westen. Der Westen lässt sich wieder einmal vorführen und hat auch auf humantärem Gebiet die Initiative praktisch aus der Hand gegeben. Putin hätte den Vorschlag anonym machen sollen, dann würde er sicherlich positiv aufgenommen - vom Westen. In Kiew herrscht noch Bunkermentalität.
Stefan.Q. 03.09.2014
5. macht doch sehr viel Sinn
Wie kann man den Vorschlag so einfach ablehnen ? Finde alle Punkte vernünftig, als ersten Schritt, irgendwann danach müssten die Menschen in den Gebieten dann noch mal frei wählen dürfen, was sie für ihre Zukunft wollen, vielleicht nach Vorgabe und Durchführung durch die Vereinten Nationen und dann könnte doch passen.
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