WM 2014 Nigerianische Journalisten protestieren mit T-Shirts gegen Boko Haram

Beim WM-Spiel gegen Bosnien-Herzegowina haben Journalisten aus Nigeria ein Zeichen gegen Boko Haram gesetzt. Die Reporter trugen T-Shirts mit einem Statement gegen die Terrorgruppe.

Nigerianischer Journalist: "Die Welt gemeinsam gegen Boko Haram"
AFP

Nigerianischer Journalist: "Die Welt gemeinsam gegen Boko Haram"


Cuiabá - Es ist ein Signal gegen Gewalt: Beim zweiten WM-Gruppenspiel Nigerias gegen Bosnien-Herzegowina (1:0) haben die mitgereisten Journalisten des afrikanischen Landes gegen die Terrorgruppe Boko Haram protestiert. Etwas 30 Medienvertreter trugen T-Shirts mit dem Slogan: "World united against Boko Haram (Die Welt gemeinsam gegen Boko Haram)". Abgebildet waren darauf auch die Flaggen Nigerias und Bosnien-Herzegowinas. Rund 200 weitere Shirts seien an Fans und Funktionäre verteilt worden, sagte Eneka Odikpo, Kommentator bei Radio Nigeria. Auf den Tribünen waren Plakate mit dem Slogan zu sehen.

Die radikal-islamische Organisation Boko Haram wird für viele Gewaltakte in Nigeria verantwortlich gemacht, unter anderem auch für die tödliche Bombenexplosion am Dienstag in der Stadt Damaturu während des Spiels Brasilien gegen Mexiko. Mindestens 14 Menschen waren bei dem Anschlag auf eine Public-Viewing-Veranstaltung ums Leben gekommen.

"Wir denken, dass es wichtig ist, diese T-Shirts zu tragen. Wir würden sie ohne Bedenken auch bei uns zu Hause tragen, aber nicht in der Region, in der Boko Haram aktiv ist", sagte der TV-Journalist Alabi Akimjidi vor der Begegnung in Cuiabá.

Erneuter Angriff im Norden Nigerias

Trotz der Anschläge und Warnungen der Polizei besuchen laut Akimjidi die Menschen auch in den Hochburgen der Boko Haram im Norden Nigerias immer noch die öffentlichen Veranstaltungen zur WM. Das nigerianische Team hatte sich ebenfalls bestürzt über das Bombenattentat gezeigt. "Das ist hart für uns, aber wir werden alles dafür tun, um die Fans wieder glücklich zu machen", sagte Trainer Stephen Keshi.

Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau hatte in der Vergangenheit wiederholt betont, Fußball und Musik seien eine "Verschwörung des Westens, um Muslime von der Ausübung ihrer Religion abzuhalten".

Am Samstag kamen bei mutmaßlichen Angriffen der Terrorgruppe im Norden des Landes zehn Menschen ums Leben. Wie der christliche Geistliche Enoch Mark sagte, starben die Opfer in den Dörfern Kwaranglum und Tsaha. Der Angriff bewaffneter Männer habe mehrere Stunden gedauert, bevor sie nach Luftangriffen abgezogen seien.

Mark lebt in der Stadt Chibok, die Dörfer sind rund zehn Kilometer entfernt. Aus Chibok wurden im April 276 Schulmädchen entführt. Davon sind noch immer 219 nicht wieder aufgetaucht. Boko Haram kämpft seit Jahren mit großer Brutalität für einen islamischen Staat im Norden Nigerias.

wit/sid/Reuters/AFP



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