WM-Blog Spione im Staatskonzern

Die WM scheint für Russlands Geheimdienste zunächst ein voller Erfolg zu werden, was die Sicherheit des Turniers anbelangt. Dennoch scheint die zusätzliche Belastung sie nicht daran zu hindern, weiterhin Jagd auf Spione zu machen.

FSB-Zentrale in Moskau
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FSB-Zentrale in Moskau

Von Maxim Kireev, St. Petersburg


Der Inlandsgeheimdienst FSB will nun ausgerechnet in einem großen staatlichen Energiekonzern fündig geworden sein. Demnach soll Karina Zurkan, Top-Managerin des Stromnetzbetreibers "Inter RAO" Informationen über die Stromversorgung der annektierten Krim und der abtrünnigen Gebiete im Osten der Ukraine an Rumänien weitergegeben haben. Womöglich, erklärten nicht näher genannte Quellen aus Geheimdienstkreisen gegenüber der Zeitung "RBK", habe das Nato-Land diese Informationen an die USA weitergegeben.

Bis zu ihrer Verhaftung leitete Zurkan die Abteilung für Großhandel auf dem Strommarkt. Sie sei auch in Gespräche mit der ukrainischen Seite involviert gewesen. 2014 hatte sich "Inter RAO" mit ukrainischen Energiekonzernen darauf geeinigt, Strom ins Land zu liefern. Im Gegenzug wurde die Stromversorgung der Halbinsel aufrecht erhalten, bis Unbekannte im Jahr 2015 auf ukrainischer Seite die Leitungen auf die Krim zerstörten und Russland eine neue Leitung aus Südrussland fertiggestellt hat.

Zurkan wird nun vorgeworfen, Details über die Abmachungen mit der ukrainischen Seite an Rumänien weitergegeben zu haben. Ungemach droht auch dem Vize-Energieminister Wjatscheslaw Krawtschenko, bei dem es ebenfalls eine Durchsuchung in seinem Arbeitskabinett gegeben habe. Für die Ermittler fungiert er derzeit jedoch als Zeuge. Nach Medienberichten habe Zurkan zudem gegen drei weitere hohe Beamte des Ministeriums ausgesagt, mit denen sie die damaligen Stromlieferungen auf die Krim besprochen habe.

Rumänien hat derweil bestätigt, dass Zurkan neben der russischen auch die rumänische Staatsbürgerschaft besitzt. Die Informationen über Zurkan hätten allerdings einen "spekulativen Charakter", heißt es in einer Stellungnahme. Man habe die russische Botschaft in Bukarest aufgefordert, zusätzliche Informationen zur Verfügung zu stellen.



insgesamt 4 Beiträge
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fritze_bollmann 25.06.2018
1. Gäähn...
Lieber Maksim Kirejew, mal ehrlich, müssen wir das wissen? Suchen Sie mal fleißig weiter, vielleicht finden Sie noch was interessantes...
dunnhaupt 25.06.2018
2. Paranoia auf staatlicher Ebene
Wer sich verfolgt fühlt, wird immer und überall etwas finden, was den Verfolgungswahn bestätigt.
hilfe2018 26.06.2018
3. Was soll dieser Sülzebericht?
Brennt es in Deutschland und Europa nicht, das wir uns einer derartigen Berichterstattung hingeben. Alle reden über Flüchtlingsaufnahme. Wer hat Sie ausgelöst? Warum spricht keiner über die Fluchtursachen? Hat Deutschland nicht selbst dieses gesamte Chaos mit seiner amerikanischen Unterwürfigkeit mit ausgelöst? Keiner traut sich das anzusprechen. Der Auslöser der offenen Grenzen ist wer?
rwinter77 26.06.2018
4. Interessante Details
an der Geschichte finde ich einige Details interessant. Zum einen die doppelte Staatsbürgerschaft - Rumänien scheint ja sehr freizügig mit seiner Staatsbürgerschaft umzugehen und sie an Bürger Moldawiens, der Ukraine und offensichtlich auch Russlands zu vergeben. Zum zweiten scheint sich Rumänien - ein NATO-Land - für Internas der russ. Infrastruktur zu interessieren, den von selbst wird die Beschuldigte die Informationen sicher nicht weitergegeben haben. Ob Rumänien dies aus eigenem Antrieb tat oder von "größeren Brüdern" in der NATO dazu ermuntert/aufgefordert wurde, sei mal dahingestellt.
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