Großmanöver Wostok 300.000 russische Soldaten üben im Osten des Landes

In Russland ist das größte Militärmanöver seit sowjetischen Zeiten angelaufen. Laut Kreml geht es um die Sicherheit des Landes. Der große östliche Nachbar übt mit.

AP/ Russian Defense Ministry

Russland hat das größte Militärmanöver seit der Auflösung der Sowjetunion gestartet. An der Grenze zu China nehmen etwa 300.000 Soldaten an den Übungen unter dem Titel "Wostok-2018" ("Osten-2018") teil. Dabei soll auch das Zusammenspiel mit chinesischen Einheiten geprobt werden. Beide Mächte demonstrieren damit eine engere militärische Zusammenarbeit, da die gemeinsamen Manöver umfangreicher als vorangegangene ausfallen.

Die Größe der Übung richte sich nach der Größe der Aufgabe, nämlich für die Sicherheit des Landes zu sorgen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. "Das ist die übliche Weiterentwicklung der Streitkräfte".

Die Nato hat vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen westlichen Staaten und Russland angekündigt, das Manöver genau zu beobachten. Auch die USA, die militärisch in der Asien-Pazifik-Region präsent sind, wollen die Übungen verfolgen.

Bilder von Panzerkolonnen und Kriegsschiffen

Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte Bilder von Panzerkolonnen in Bewegung, auf Zügen verladenen Militär-Lkw und Kriegsschiffen auf Fahrt. Auch Aufnahmen startender Jets und Kampfhubschrauber wurden gesendet.

Das Manöver soll nach Ministeriumsangaben bis zum 17. September dauern. Zu den Übungen gehören die Verlegung von Kräften an die Ostgrenze des riesigen Landes und die Verstärkung der Nordmeer- und der Pazifik-Flotte.

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Militärübung "Osten": Russland beginnt bislang größtes Manöver

Das wichtigste Ziel des Manövers soll sein, die Fähigkeit der Truppe zur Überwindung großer Entfernungen und die Zusammenarbeit zwischen Marine und Infanterie zu testen.

Zeitgleich mit Beginn des Manövers fand auch ein Treffen zwischen den Präsidenten Russlands und Chinas, Wladimir Putin und Xi Jinping in Wladiwostok statt. Mit den russisch-chinesischen Übungen gebe die Regierung in Moskau zu verstehen, dass es in den USA einen potenziellen Feind und in China einen potenziellen Verbündeten sehe, teilte der Chef der Denkfabrik Carnegie Moscow Center, Dmitri Trenin, mit.

cop/Reuters/dpa



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