Volkskongress in Peking: Parteichef Xi beschwört "chinesischen Traum"

Gibt es nach dem amerikanischen Traum jetzt auch einen "chinesischen Traum"? Diesen hat der neue Parteichef Xi zum Abschluss des Volkskongresses in Peking gefordert - die Haltung besteht aus: Patriotismus, Reform und Innovation.

Xi Jinping auf dem Volkskongress: Starke Worte - und eine starke ArmeeZur Großansicht
AFP

Xi Jinping auf dem Volkskongress: Starke Worte - und eine starke Armee

Peking - Chinas neuer Staats- und Parteichef Xi Jinping hat die Bevölkerung zu gemeinsamen Anstrengungen aufgerufen, um den "chinesischen Traum" einer starken und wohlhabenden Nation zu verwirklichen. Für die weitere Verwirklichung der "großen Renaissance der chinesischen Nation" sei eine Haltung notwendig, in deren Mittelpunkt "Patriotismus, Reform und Innovation" stehe. Xi forderte die Delegierten des Volkskongresses auf, "Hedonismus und einen großspurigen Lebensstil" abzulehnen. Seine Regierung werde entschlossen gegen "Bürokratismus" und Korruption kämpfen.

Zum Abschluss der Jahrestagung des Volkskongresses rief der 59-jährige neue Präsident auch noch zu Vertrauen in den "Sozialismus chinesischer Prägung" auf. Die knapp 3000 Delegierten in der Großen Halle des Volkes billigten am Sonntag zum Abschluss ihrer zweiwöchigen Sitzung noch den Haushalt mit einer deutlichen Steigerung der Militärausgaben um 10,7 Prozent.

"Alle Soldaten und Offiziere der Volksarmee und der chinesischen Militärpolizei müssen, geführt von der Partei, dazu fähig sein, Schlachten zu gewinnen", sagte Xi vor dem Volkskongress in Peking. Das Militär müsse "die nationale Souveränität und Sicherheit" schützen. Ziel sei eine "starke und disziplinierte Armee". Xis Appell fällt in eine Zeit der Spannungen zwischen China und Japan. Beide Länder streiten sich seit längerem um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer.

Unmut macht sich in Gegenstimmen Luft

Wegen massiver Investitionen zur Ankurbelung der nur noch langsamer wachsenden Wirtschaft steigt das Haushaltsdefizit im Vergleich zum Vorjahr um 400 Milliarden auf 1,2 Billionen Yuan (147 Mrd Euro). Für dieses Jahr gibt die Regierung ein vorsichtiges Wachstumsziel von 7,5 Prozent vor. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde war 2012 um 7,8 Prozent gewachsen - so langsam wie seit 13 Jahren nicht mehr.

Der Haushalt wurde nur mit 509 Gegenstimmen und 127 Enthaltungen angenommen, was auf Widerstand unter den Delegierten schließen ließ. Das nicht frei gewählte chinesische Parlament hat noch nie eine Vorlage abgelehnt, demonstriert aber meist mit Gegenstimmen und Enthaltungen seine Unzufriedenheit.

Die richtet sich unter den Delegierten offenbar vor allem gegen die grassierende Korruption. Der aus Altersgründen ausgeschiedene Premier Wen Jiabao musste für seinen letzten Rechenschaftsbericht immerhin 101 Nein-Stimmen und 44 Enthaltungen hinnehmen. Wegen unzureichender Reformbemühungen seiner Regierung und des Reichtums seiner Familie war der 70-Jährige zuletzt in die Kritik geraten. Offenbar wegen des vielfach als unzureichend empfundenen Kampfes gegen Korruption und Verbrechen musste auch der bisherige Oberste Richter für seinen letzten Rechenschaftsbericht 605 Gegenstimmen und 120 Enthaltungen hinnehmen. Der Generalstaatsanwalt kassierte 485 Nein-Stimmen und 121 Enthaltungen.

ric/dpa/Afp/AP

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insgesamt 41 Beiträge
Layer_8 17.03.2013
'Parteichef Xi beschwört "chinesischen Traum"' Im Prinzip haben die ja recht. China gehört halt schon historisch und kulturell gesehen in die Top Liga der Welt. Der Westen ist nun mal nicht das Maß aller Dinge. [...]
Zitat von sysopGibt es nach dem amerikanischen Traum jetzt auch einen "chinesischen Traum"? Diesen hat der neue Parteichef Xi zum Abschluss des Volkskongresses in Peking gefordert - die Haltung besteht aus: Patriotismus, Reform und Innovation. XI fordert auf Volkskongress chinesischen Traum - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/xi-fordert-auf-volkskongress-chinesischen-traum-a-889318.html)
'Parteichef Xi beschwört "chinesischen Traum"' Im Prinzip haben die ja recht. China gehört halt schon historisch und kulturell gesehen in die Top Liga der Welt. Der Westen ist nun mal nicht das Maß aller Dinge. Und mit "Westen" meine ich hier den Kulturkreis, welcher ursprünglich, nicht zuletzt aus monotheistischer-"ethischer" Weltanschauung, in Westasien und Europa hervortrat.
gulo-gulo 17.03.2013
um 10 Prozent erhöht? Wie schrecklich. Damit ist das amerikanische Militär nur noch 7,5 mal so stark... Die Chinesen sind traditionell nicht an militärischer Expansion und "Weltpolizeigehabe" interressiert, sie haben [...]
um 10 Prozent erhöht? Wie schrecklich. Damit ist das amerikanische Militär nur noch 7,5 mal so stark... Die Chinesen sind traditionell nicht an militärischer Expansion und "Weltpolizeigehabe" interressiert, sie haben aber grosse Sorgen wegen den traditionell sehr expansionistischen Nachbarn. Verständlich.
Regulisssima 17.03.2013
Nein, ihr sollte Euch nicht an der Realität orientieren, sondern an Träumen, und was Ihr träumen sollt, sagt Euch die selbst ernannte Obrigkeit
Nein, ihr sollte Euch nicht an der Realität orientieren, sondern an Träumen, und was Ihr träumen sollt, sagt Euch die selbst ernannte Obrigkeit
donnied 17.03.2013
vor China. Der Wiederaufstieg zu den Führungsnationen dieser Welt in den letzten 30 Jahren ist Beispiellos. China hat sehr vieles richtig gemacht. Man kann im Artikel aber den Sprengstoff erahnen. China greif schon bei 7,5% [...]
vor China. Der Wiederaufstieg zu den Führungsnationen dieser Welt in den letzten 30 Jahren ist Beispiellos. China hat sehr vieles richtig gemacht. Man kann im Artikel aber den Sprengstoff erahnen. China greif schon bei 7,5% Wachstum mit Konjunktur Programmen ein. Bei diesen Werten könnte sich Europa entspannt zurück lehnen. In China gibt es aber kein Sozialsystem, keine Krankenversicherung und keine Freiheit. Das Volk bleibt nur daher ruhig, weil es von Jahr zu Jahr SPÜRBAR bergauf geht. Daher ist ein Wachstum von 10% notwendig. Das wird aber nicht mehr lang machbar sein und was kommt dann? Volksaufstand? Militärputsch? Oder rettet sich die Regierung nach amerikanischem Vorbild mit einem Krieg von inneren Problemen?
Jens Schuetz 17.03.2013
In den deutschen Medien ist nicht viel ueber Chinas imperialistisches Gehabe zu lesen, aber Vietnam, Indien und andere Laender muessen immer wieder unter Chinesischen Ueberfaellen leiden. Googlen sie zum Beispiel mal Aksai [...]
Zitat von gulo-guloum 10 Prozent erhöht? Wie schrecklich. Damit ist das amerikanische Militär nur noch 7,5 mal so stark... Die Chinesen sind traditionell nicht an militärischer Expansion und "Weltpolizeigehabe" interressiert, sie haben aber grosse Sorgen wegen den traditionell sehr expansionistischen Nachbarn. Verständlich.
In den deutschen Medien ist nicht viel ueber Chinas imperialistisches Gehabe zu lesen, aber Vietnam, Indien und andere Laender muessen immer wieder unter Chinesischen Ueberfaellen leiden. Googlen sie zum Beispiel mal Aksai Chin und Arunachal Pradesh. In Indien werden auch die maoistischen Terroristen von China unterstuetzt. Die indische Regierung sagt immer das es kein Problem gibt. Zum einen will man China nicht veraergern und nimmt daher vieles hin. Zum anderen will man auch im Inneren nicht schwach aussehen und tut so als ob es die Angriffe gar nicht gibt. Auf der Landkarte sieht man sie dan aber doch irgendwann...
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  • Sonntag, 17.03.2013 – 07:59 Uhr
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