Weißes Haus zum viralen Audioclip "Yanny" oder "Laurel"? Trump hört "covfefe"

Weltweit diskutieren Menschen, ob in einem Audioclip "Yanny" oder "Laurel" zu hören ist. Nun mischt das Weiße Haus mit: Sarah Sanders bringt Fake News ins Spiel, Donald Trump versucht es mit Selbstironie.

Donald Trump
AFP

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Es ist nur ein kurzer Clip, eine Roboterstimme liest ein einziges Wort vor - doch das hat als Auslöser für eine tagelange, weltweite Debatte gereicht: Denn für die einen klingt das Wort wie "Yanny", die anderen verstehen "Laurel" - und jede Seite hat kaum Verständnis für die Wahrnehmung der anderen (woran das liegen kann, lesen Sie hier).

Nun haben sich auch Mitarbeiter des Weißen Hauses in die Debatte eingemischt. Auf dem Twitter-Account veröffentlichten sie ein Video, in dem zahlreiche hochrangige Vertreter der US-Regierung ihre Meinung zur "Yanny/Laurel"-Diskussion kundtun.

Los geht's mit Präsidententochter und -beraterin Ivanka Trump, die "ganz eindeutig" das Wort "Laurel" hört. Ihr widerspricht die Direktorin für Strategische Kommunikation, Mercedes Schlapp: "Yanny ist der Gewinner, Laurel der Verlierer."

Auch Kellyanne Conway taucht auf. Die Beraterin des US-Präsidenten hat in der Vergangenheit immer wieder Schlagzeilen damit gemacht, die Wahrheit zu verdrehen; sie prägte den Begriff "alternative Fakten". Im nun veröffentlichten Videoclip nimmt sie darauf Bezug: "Es ist Laurel", sagt Conway in die Kamera, macht eine Kunstpause und fährt dann fort: Sie könne ihre Meinung aber zu Yanny ändern, falls das nötig sei.

Präsidentensprecherin Sarah Sanders wird in ihrem Büro danach gefragt, ob Berichte stimmten, wonach sie "Laurel" verstehe. Wie sie darauf reagiere? "Sie bekommen Ihre Informationen offensichtlich von CNN, denn das sind Fake News", antwortet Sanders. "Alles, was ich höre, ist Yanny."

Vize-Präsident Mike Pence reagiert auf die Audiodatei mit der Gegenfrage: "Wer ist Yanny?" Und zum Schluss des Videos kommt dann der US-Präsident selbst zu Wort, Donald Trump sitzt an seinem Schreibtisch im Oval Office und sagt knapp: "Ich höre covfefe."

Das Wort hatte Trump im Mai 2017 getwittert - und damit erst für Verwirrung und dann Spott gesorgt. Er wollte die Medien kritisieren, und dabei unterlief ihm vermutlich ein Schreibfehler. Er schrieb kurz nach Mitternacht: "Abgesehen von der ständigen negativen Presse covfefe". Es bliebt unklar, was Trump damit meinte. Sein damaliger Sprecher Sean Spicer heizte die Spekulationen noch an, als er sagte: "Der Präsident und eine kleine Gruppe von Menschen wissen genau, was er sagen wollte."

Video: Spicer über "covfefe"

REUTERS

Der "Yanny/Laurel"-Clip - 45 Sekunden lang und durchweg mit fröhlicher Musik unterlegt - wurde binnen zwei Stunden fast eine Million Mal angesehen. Das dürften gute Nachrichten für das Weiße Haus sein. Und davon gab es in den vergangenen 24 Stunden nicht allzu viele.

Gerade erst wurde Trump heftig dafür kritisiert, einige Einwanderer erneut als "Tiere" bezeichnet zu haben. Sein wichtiges Treffen mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un steht auf der Kippe - der US-Präsident drohte Pjöngjang gerade erst mit dem "Libyen-Modell". Und im Streit um Trumps Iran-Politik hat Europa sich klar gegen ihn positioniert, indem es europäischen Unternehmen per Gesetz verbieten will, die neuen Iran-Sanktionen der USA umzusetzen.

aar

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