Zahlen zur US-Wahl: Zwei Billiarden Wege ins Weiße Haus

17 Monate Wahlkampf, sechs Milliarden Dollar an Kosten - nun steht das Duell zwischen Barack Obama und Mitt Romney kurz vor der Entscheidung. Laut Statistikern gibt es mehr als zwei Billiarden Kombinationen für einen Wahlsieg. Die Hintergründe und weitere Besserwisser-Fakten in der Übersicht.

Weißes Haus in Washington: 200 Millionen Wahlberechtigte Zur Großansicht
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Weißes Haus in Washington: 200 Millionen Wahlberechtigte

Washington - Es könnte so einfach sein: Der US-Präsidentschaftskandidat mit den meisten Wählerstimmen zieht ins Weiße Haus ein. Doch so simple Mathematik lässt das Wahlmännersystem der USA nicht zu. Präsident Barack Obama und sein Kontrahent Mitt Romney treten in 50 Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington jeweils gegeneinander an. Bei einer Mehrheit bekommen sie die jeweils vergebene Wahlmännerzahl. Bei einer Niederlage gehen sie leer aus. Dadurch ergeben sich weit mehr als zwei Billiarden Kombinationen für einen Wahlsieg, wie Statistiker der US-Universität Princeton errechnet haben.

Doch weil die Wahl in rund 40 Staaten und der Hauptstadt laut Umfragen als so gut wie entschieden gilt, schrumpft die Zahl möglicher Ergebnisse deutlich. Die Macher des Online-Rechenschiebers "270 to win" (270 Wahlmänner für den Sieg) kamen in der Nacht zum Montag bei elf unentschiedenen Staaten auf 171 Wege, wie Obama als Gewinner hervorgehen könnte und auf 161 Kombinationen, mit denen Romney zum Ziel kommen würde. 32 Mal könne es gar zu einem Unentschieden von 269 zu 269 Wählmännern kommen.

Obama liegt bei Facebook und Wettbüros vorne

In den Umfragen liegen die beiden Kandidaten fast gleichauf, online führt Obama dagegen klar. Beim Kurznachrichtendienst Twitter etwa hat er 21,8 Millionen Follower. Sein Wahlkampfteam verschickte bis Montagmittag knapp 8000 Nachrichten - etwa sechsmal so viele wie sein Gegner. Romney folgen derzeit 1,7 Millionen Nutzer.

Auch bei Facebook liegt der Präsident deutlich vorne. Knapp 32 Millionen Nutzern "gefällt" Obamas Seite. Bei Romney haben gerade mal rund zwölf Millionen Nutzer den Like-Button geklickt.

Die meisten Online-Wettbüros sehen Obama als Favoriten. Für einen Sieg des Amtsinhabers gibt es eine Quote von gerade mal 4:5. Vier Dollar Einsatz bringen also nur einen Bonus von einem weiteren Dollar. Romneys Quote liegt bei 4:11: Vier Dollar Einsatz bringen im Falle eines Romney-Triumphs einen Gewinn von elf Dollar.

160.000 Wahlberechtigte in Deutschland

In Deutschland leben derzeit rund 160.000 wahlberechtigte US-Bürger. Laut Statistischem Bundesamt und der US-Botschaft in Berlin sind darunter 94.000 Zivilisten, 50.000 Soldaten und 15.000 amerikanische Zivilangestellte.

Insgesamt sind rund 200 Millionen Bürger wahlberechtigt. Bei der vergangenen Präsidentschaftswahl 2008 gaben 64 Prozent davon ihre Stimme ab.

Gekostet hat der Wahlkampf insgesamt rund sechs Milliarden Dollar - laut dem unabhängigen Center for Responsive Politics sind das rund 13 Prozent mehr als 2008. Die Summe umfasst die Ausgaben der Kandidaten, ihrer Parteien und all ihrer Unterstützungskomitees.

cte/dpa

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insgesamt 5 Beiträge
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1. hoffentlich
ziegenzuechter 06.11.2012
steht wenigstens morgen früh ein sieger fest. solangsam reichts mit der berichterstattung.
2. Mathematik ...
blasphemiker 06.11.2012
... ist die Sache des Schreiberlings nicht. Zwar hat er das bei der Quote 4/5, also 1,25 noch korrekt hinbekommen, aber bei der Quote 4/12, also 2,75, hat's ihn schon verlassen. Bei 4$ Einsatz ergibt sich 4 * 2,75 - 4 = 7$ Gewinn.
3.
pitgiss 06.11.2012
Eigentlich ist es egal, wer gewinnt, denn die Programme der beiden Kandidaten unterscheiden sich nur in Nuancen. Künststück: Beide werden vom Big Money bezahlt...
4. Wahlkampf!
beblein 06.11.2012
Hier wird wie ueblich nur Geld zum Fenster herausgeworfen um Stimmen von unfaehigen einzufangen. Fuer notewendige Probleme, wie zB Kuestenschutz, wird nichts ausgegeben. Man baut Holzbuden am Strand und die werden vom Strum wegewaschen. Anschliessend wird gejammert und weitergewurschtelt. Made in USA.
5.
maginot2 06.11.2012
Zitat von sysop17 Monate Wahlkampf, sechs Milliarden Dollar an Kosten - nun steht das Duell zwischen Barack Obama oder Mitt Romney kurz vor der Entscheidung. Laut Statistikern gibt es mehr als zwei Billiarden Kombinationen für einen Wahlsieg. Die Hintergründe und weitere Besserwisser-Fakten in der Übersicht. Zahlen des US-Wahlkampfs: Zwei Billiarden Wege ins Weiße Haus - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/zahlen-des-us-wahlkampfs-zwei-billiarden-wege-ins-weisse-haus-a-865617.html)
Als Kind haben wir die Wahlplakate die uns auf dem Weg zur Schule begegnet sind gezählt. Die Partei die die meisten aufgestellt hatte waren natürlich die Gewinner, ist doch klar. Wenn ich den ganzen Wirbel um die US Wahl so betrachte, denk ich an diese Zeit zurück. Das was da so abgeht hinter den großen Teich ist doch mindestens genauso bekloppt wie das Verhalten kleiner Kinder.
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