Haushaltsdefizit: Zehntausende Spanier demonstrieren gegen Sparpolitik
In Spanien haben am Sonntag Zehntausende Menschen gegen die Haushaltskürzungen der Regierung protestiert. Ministerpräsident Mariano Rajoy will ein hartes Sparprogramm durchsetzen. Allein im Bildungs- und Gesundheitswesen sollen zehn Milliarden Euro wegfallen.
Madrid - Sie wollen die Regierung überzeugen, im Kampf gegen das immense Haushaltsdefizit nicht nur auf Kürzungen zu setzen: In Spanien sind am Sonntag Zehntausende Menschen gegen die Sparpolitik der konservativen Regierung auf die Straße gegangen. Ministerpräsident Mariano Rajoy will allein im Bildungs- und Gesundheitswesen zehn Milliarden Euro einsparen, um die Neuverschuldung abzubauen.
Wie die Pläne der Regierung vorsehen, sollen etwa Mitglieder der staatlichen Krankenversicherung künftig einen Teil der verschriebenen Medikamente und Behandlungen aus eigener Tasche zahlen. Die Universitätsgebühren sollen angehoben und die Zahl der Lehrer gesenkt werden.
Gewerkschaftsverbände hatten in mehr als 50 Städten zu Protesten aufgerufen. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich rund 40.000 Menschen an den Demonstrationen. Die Polizei sprach von 9000 Beteiligten an der zentralen Kundgebung in Madrid.
Für die kommenden Monate kündigten die Gewerkschaften weitere Kundgebungen an. Sie wollen die Regierung überzeugen, im Kampf gegen das Haushaltsdefizit Leistungen nicht nur zu kürzen, sondern auch Anreize für Wachstum zu schaffen.
Rajoy verteidigte die Reformen als absolut notwendig. "Wir arbeiten daran, die Situation zum Besseren zu wenden", sagte er auf einem Treffen der Regierungspartei Partido Popular. "Wir werden es schaffen, aber für die Menschen wird es hart." Die Regierung in Madrid will in diesem Jahr insgesamt 27 Milliarden Euro einsparen.
kha/AFP/dpa/Reuters
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