Rebellen auf dem Vormarsch: Zehntausende fliehen vor Kämpfen im Kongo
Kinder werden von ihren Eltern getrennt, Zehntausende Menschen sind auf der Flucht vor den Kämpfen: Im Nordosten Kongos eskalieren die Gefechte zwischen Rebellen und Regierungssoldaten.
Kinshasa - Kämpfer der Rebellenbewegung M23 sind im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (DRC) weiter auf dem Vormarsch. Sie erreichten am Montag nach Berichten von Hilfsorganisationen die strategisch wichtige Großstadt Goma. "Wir hören schwere Artillerie und Granateneinschläge aus der Stadt", berichtete Aimee Manimani von der internationalen Organisation World Vision der Nachrichtenagentur dpa in einem Telefongespräch.
Die Lage für die Zivilisten und Flüchtlinge verschlechtere sich dramatisch. Noch sei unklar, wie viele Opfer und Verletzte es bei den Auseinandersetzungen bisher gegeben habe.
Mehr als 70.000 Flüchtlinge mussten nach Angaben von World Vision wegen der Kampfhandlungen seit Freitag in andere Lager verlegt werden. Noch gebe es aber keine großen Engpässe bei der Versorgung der Menschen mit Nahrung, Wasser und Medikamenten. Viele Kinder seien in dem Chaos von ihren Eltern getrennt worden.
Die M23 erklärte am Montag zunächst, sie ziehe sich aus ihrer Position vor Goma zurück, um Verhandlungen mit der Regierung zu ermöglichen. Wenige Stunden später kündigten die Rebellen jedoch ein Festhalten an ihrem Vormarsch an. Die Regierung erklärte, Verhandlungen mit den Rebellen kämen nicht in Frage.
Die Uno werfen Ruanda vor, die M23 zu unterstützen. Hintergrund ist der Konflikt zwischen Hutu und Tutsi, dem bei den Massakern 1994 bis zu eine Million Tutsi zum Opfer fielen. Die M23 ist von den Tutsis geprägt - ebenso wie die Regierung Ruandas. Die Rebellen werden angeblich von dem desertierten kongolesischen General Bosco Ntaganda angeführt. Der 39-Jährige wird vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen gesucht.
als/dpa/dapd
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Hauptstadt: Kinshasa
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Joseph Kabila
Regierungschef: Augustin Matata Ponyo Mapon
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