Zeitungs-Bericht Kosovo schickt BND-Agenten bald nach Hause

Baldige Lösung in Sicht: Die drei im Kosovo inhaftierten mutmaßlichen BND-Leute sollen laut "Süddeutscher Zeitung" wohl noch diese Woche nach Deutschland überstellt werden. Dem Bericht zufolge haben Berlin und Pristina eine Lösung der Affäre im Visier, die beide Länder ihr Gesicht wahren lässt.


München - Vertreter beider Länder sind laut "SZ" darum bemüht, einen Ausweg aus der diplomatischen Krise zu finden. Unter Berufung auf deutsche und kosovarische Regierungskreise heißt es, die drei BND-Mitarbeiter könnten noch diese Woche in ihre Heimat zurückkehren. Eine Lösung, die es beiden Seiten ermögliche, das Gesicht zu wahren, könnte demnach darin bestehen, dass die kosovarische Strafjustiz ihre Vorwürfe aufrechterhält, das Beweismaterial gegen die drei Deutschen aber aushändigt und die strafrechtliche Aufarbeitung des Falles den deutschen Behörden überlässt.

Die drei Männer könnten dann in den kommenden Tagen nach Deutschland ausgeflogen werden.

Die deutschen Agenten waren in der vergangenen Woche in Pristina festgenommen worden. Einem BND-Mann wird vorgeworfen, er habe am 14. November einen Sprengsatz auf die Internationale Verwaltungsbehörde (ICO) in Pristina geschleudert. In Berlin hieß es dagegen, er habe erst vier Stunden nach dem Anschlag den Tatort aufgesucht und fotografiert. Alle drei Agenten seien zuverlässige Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes und nie mit Gewalttaten beauftragt worden.

Die Regierung des Kosovo beteuerte am Montag indes, sie besitze einen Videofilm, auf dem ein Agent beim Werfen der Bombe zu sehen sei. Als verdächtig galt, dass der Mann kurz vor seiner Festnahme versuchte, die SIM-Karte seines Mobiltelefons zu vernichten. Außerdem habe ein anderer BND-Mitarbeiter mutmaßlich als Anführer des Trios fungiert, schreibt die Zeitung.

ler/ddp/AFP



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