Zeitungsbericht Französischer Geheimdienst rekrutierte irakischen Minister

Der Wirbel um den früheren irakischen Außenminister Nadschi Sabri geht weiter. Laut einem Zeitungsbericht soll er nicht von der CIA, aber vom französischen Geheimdienst Geld erhalten haben. Er sei als Spion für den Westen rekrutiert worden.


Washington - Der französische Nachrichtendienst habe Sabri für Dienste bezahlt und seine Quelle später mit den US-Kollegen von der CIA geteilt, berichtet die "Washington Post". Der US-Auslandsgeheimdienst habe Sabri dagegen nie entlohnt. Was dieser als Gegenleistung von den Amerikanern gewollt habe, sei "nie klar" gewesen, schreibt das Blatt unter Berufung auf frühere Mitarbeiter der CIA.

Der Sender NBC News hatte bereits am Montag berichtet, dass Sabri ein halbes Jahr vor Beginn des Irak-Krieges die CIA mit Informationen über die Waffenarsenale seines Landes versorgt habe. Der Minister habe während der Generaldebatte der Uno-Vollversammlung in New York im September 2002 für kurze Zeit im Dienst der CIA gestanden. Seine Informationen für die CIA habe er bei einem Treffen mit einem "Mittelsmann" in einem New Yorker Hotelzimmer geliefert. Dieser Mittelsmann sei vom französischen Geheimdienst rekrutiert worden.

Sabri, der heute in der jordanischen Hauptstadt Amman lebt, dementierte aber bereits vor Erscheinen des Artikels in der "Washington Post" eine Tätigkeit für die CIA. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP sagte er, dass er bereits Anwälte kontaktiert habe, um NBC News zu verklagen. Der Sender habe versucht, seinen "Ruf zu beschädigen".

Den US-Medienberichten zufolge soll Sabri der CIA berichtet haben, dass der damalige irakische Präsident Saddam Hussein über kein nennenswertes Programm zur Produktion biologischer Waffen verfüge und für den Bau einer Atombombe noch viel Zeit brauche.

har/afp

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