Krise in Zentralafrika Präsident Djotodia tritt zurück

Der Übergangspräsident der Zentralafrikanischen Republik Michel Djotodia hat sein Amt niedergelegt. Die Nachbarstaaten hatten den Ex-Rebellenführer unter Druck gesetzt. In Zentralafrika tobt ein Kampf zwischen muslimischen Rebellen und christlichen Milizen.

Michel Djotodia: Rücktritt nach einem Jahr als Übergangspräsident
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Michel Djotodia: Rücktritt nach einem Jahr als Übergangspräsident


Bangui - Unter dem Druck der Nachbarstaaten haben in der krisengeplagten Zentralafrikanischen Republik der amtierende Präsident und der Regierungschef die Macht abgegeben. Der nach einem Putsch von Rebellen vor knapp einem Jahr an die Macht gelangte Übergangspräsident Michel Djotodia sowie dessen Regierungschef Nicolas Tiangaye legten ihre Ämter nieder, wie am Freitag in Ndjamena, der Hauptstadt des Nachbarlandes Tschad, mitgeteilt wurde.

Dort beraten seit Donnerstag die Staatschefs der Wirtschaftsgemeinschaft der Zentralafrikanischen Staaten (CEEAC) über einen Ausweg aus der Gewalt in dem Land. Aus Verhandlungskreisen hatte es bereits zuvor geheißen, die Staatschefs neigten dazu, Djotodia und Tiangaye den Rücktritt nahezulegen, da es ihnen nicht gelinge, den Konflikt in ihrem Land in den Griff zu bekommen.

Die Absetzung von Präsident François Bozizé im März 2013 durch das Rebellenbündnis Séléka hatte das multikonfessionelle Land im Herzen Afrikas in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen gestürzt. Da es den Truppen der Afrikanischen Union nicht gelang, für Ruhe zu sorgen, entsandte die frühere Kolonialmacht Frankreich ein eigenes Truppenkontingent.

In dem Land sind mehr als 400.000 Menschen auf der Flucht vor der anhaltenden Gewalt.

ler/AFP/dpa



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