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Gewalteskalation in Zentralafrika: Soldaten töten Ex-Rebellen bei Militärzeremonie

Militärzeremonie in Zentralafrika: Veranstaltung eskalierte in einem Lynchmord Zur Großansicht
AFP

Militärzeremonie in Zentralafrika: Veranstaltung eskalierte in einem Lynchmord

Seine Leiche wurde durch die Straßen geschleift, zerlegt und angezündet - Regierungssoldaten haben offenbar einen Séléka-Rebellen in der Hauptstadt Zentralafrikas gelyncht. Trotz vermehrter Militärpräsenz nimmt die Gewalt zu.

Bangui/Dakar - Weil er verdächtigt wurde, ein ehemaliges Mitglied der muslimischen Séléka-Rebellen zu sein, wurde er brutal zugerichtet: In der Zentralafrikanischen Republik haben Regierungssoldaten einen mutmaßlichen Ex-Rebellen bei einer Militärzeremonie gelyncht. Laut Augenzeugen wurde der leblose Körper am Mittwoch durch die Straßen der Hauptstadt Bangui geschleift, in Teile zerlegt und in Brand gesetzt.

Der Angriff auf den jungen Mann in Zivilkleidung fand statt, kurz nachdem ranghohe Armeeoffiziere und Regierungsmitglieder, einschließlich der neuen Übergangspräsidentin Catherine Samba Panza, die Zeremonie verlassen hatten. Die in dem Land stationierten Soldaten der von der Afrikanischen Union (AU) angeführten MICSA-Truppe schauten zunächst tatenlos zu. Als der Mann in Flammen aufging, schritten sie ein, berichteten Augenzeugen. Erst da setzten sie Tränengas ein und feuerten Schüsse in die Luft.

Kurz zuvor hatte Panza in ihrer Rede vor 4000 Soldaten erklärt, dass sie "stolz" sei, so viele Mitglieder der zentralafrikanischen Streitkräfte "wiedervereinigt" zu sehen. Sie hat die Befriedung des Landes zu ihrer vorrangigen Aufgabe erklärt. In Bangui wurden die Séléka-Rebellen größtenteils neutralisiert.

Entsendung eines Lazarettflugzeugs geplant

Das mehrheitlich muslimische Rebellenbündnis hatte im März 2013 den Staatschef François Bozizé gestürzt und als Nachfolger Michel Djotodia an die Macht gebracht. Dieser löste Séléka offiziell auf, doch die Milizen sind weiter aktiv. Der Putsch stürzte das Land in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen, bei denen in den vergangenen Wochen mehr als tausend Menschen getötet wurden.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen wird in den nächsten Tagen Zentralafrika besuchen. Die CDU-Politikerin ist am Mittwoch zunächst zu einem unangekündigten Truppenbesuch im westafrikanischen Senegal eingetroffen. Die Bundeswehr beteiligt sich im Senegal und im benachbarten Mali seit dem Sommer mit derzeit etwa 70 Soldaten an der UN-Mission zur Stabilisierung Malis.

Insgesamt sind derzeit etwa 5000 Bundeswehrsoldaten im Ausland im Einsatz, die meisten von ihnen in Afghanistan und - mit großem Abstand - im Kosovo. Von der Leyen hatte sich zuletzt für ein stärkeres internationales Engagement der Bundeswehr ausgesprochen, dabei ist die Entsendung eines Lazarettflugzeugs für die Zentralafrikanische Republik im Gespräch.

vek/AFP/dpa

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totalmayhem 05.02.2014
Zitat von sysopAFPSeine Leiche wurde durch die Straßen geschleift, zerlegt und angezündet - Regierungssoldaten haben offenbar einen Séléka-Rebellen in Zentralafrika gelyncht. Trotz vermehrter Militärpräsenz spitzt sich die Gewalt zu. http://www.spiegel.de/politik/ausland/zentralafrika-soldaten-toeten-ex-rebellen-bei-militaerzeremonie-a-951763.html
Naja, die sind noch nicht so fortschrittlich wie die USA. Die haben da halt noch keine Flugzeugtraeger, von denen man gelynchte Ex-Rebellen ins Wasser schmeissen kann kann.
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