Zentralafrikanische Republik 20 Tote bei schweren Kämpfen zwischen Rebellen

Muslimische Rebellen und christliche Gruppen haben sich in der Zentralafrikanischen Republik erneut heftig bekämpft. Mindestens 20 Menschen starben. Die Regierung fordert von Frankreich eine sofortige Militärintervention.

AP/dpa

Bangui - Die Regierung der Zentralafrikanischen Republik ruft die internationale Gemeinschaft zur Hilfe. Angesichts der blutigen Unruhen bittet sie Frankreich um eine sofortige Militärintervention.

Mindestens 20 Menschen sind bei schweren Kämpfen zwischen muslimischen und christlichen Gruppen am Donnerstag getötet worden. Zahlreiche weitere seien bei den Gefechten verletzt worden, die am frühen Morgen in der Hauptstadt Bangui ausgebrochen seien, sagten Augenzeugen. Tausende Anwohner suchten in Kirchen und Krankenhäusern Schutz. In der Nacht zu Dienstag war ein Massaker an muslimischen Viehzüchtern und Kindern verübt worden.

Premierminister Nicolas Tiangaye sagte, die französische Armee solle unverzüglich nach einer Resolution des Uno-Sicherheitsrates über eine Militärintervention in seinem Land zum Einsatz kommen.

Der Sicherheitsrat will am Donnerstagabend eine Resolution verabschieden, welche einen ausgeweiteten Militäreinsatz in dem Staat vorsieht. Der von Frankreich eingereichte Resolutionsentwurf sieht vor, die Truppen der Afrikanischen Union in dem Land (MISCA) aufzustocken und zu ihrer Unterstützung ein Eingreifen französischer Truppen zu ermöglichen. Dies soll gemäß Kapitel VII der Uno-Charta erfolgen, das den Einsatz militärischer Gewalt vorsieht.

Paris will insgesamt 1200 Soldaten für den Einsatz in dem afrikanischen Land bereitstellen. Der Einsatz werde "in den kommenden Tagen" beginnen, so der französische Außenminister Laurent Fabius.

Frankreich hatte bereits in den vergangenen Tagen Truppen und Material nach Zentralafrika verlegt. Zuvor waren in dem Land schon rund 400 französische Soldaten stationiert. Allein in Bangui sind bereits rund 250 französische Soldaten im Einsatz. Am Freitag und Samstag lädt Frankreich zudem zu einem Afrika-Sicherheitsgipfel. Im Anschluss an ist in Paris ein Treffen ausschließlich zu Zentralafrika geplant.

Gewalt, Malaria, Hunger

Die Zentralafrikanische Republik zählt zu den ärmsten Ländern der Erde. Sie war zuletzt ins Chaos geschlittert, nachdem das Rebellenbündnis Séléka ("Allianz") im März Staatschef François Bozizé gestürzt hatte.

Der neue Staatschef Michel Djotodia löste Séléka später auf, doch zahlreiche Rebellengruppen sind wegen der schwachen heimischen Streitkräfte nach wie vor im Land aktiv. Vor allem in entlegenen Regionen dauert die Gewalt an, seit Anfang November hat sie aber auch in der Hauptstadt Bangui wieder zugenommen.

Angesichts der politischen und humanitären Krise hatte Frankreich in den vergangenen Wochen vor der Gefahr eines Völkermords gewarnt. Es herrsche "absolutes Chaos" mit zahlreichen bewaffneten Banden, es gebe viel zu wenig Ärzte, hatte der französische Außenminister Fabius erklärt. Die Kindersterblichkeit sei teilweise extrem hoch, und anderthalb Millionen Menschen hätten nichts zu essen.

Wegen der anhaltenden Gewalt hielten sich Zehntausende Menschen im Busch des Landes versteckt, wo die Lebensumstände verheerend seien, hatte das Rote Kreuz vergangene Woche mitgeteilt. Die Vertriebenen seien vor allem Malaria und anderen durch unreines Wasser verursachten Seuchen ausgesetzt. In vielen Teilen Zentralafrikas ist demnach das Gesundheitssystem völlig zusammengebrochen.

kgp/dpa/AFP



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astrowurm 05.12.2013
1. Wie immer
Hier stellt sich Afrika wieder so dar, wie wir es eigentlich nicht sehen wollen lt. der Herrscher Afrikas. Die Herrscher absolut unfähig, ihr Land zu regieren, nur fähig, den eigenen Geldbeutel zu füllen, die Bürger zu dumm, das zu erkennen. Und wir Weißen sollen es wieder richten. Wann wird Afrika endlich erwachsen? Und jetzt kommt bitte nicht damit, dass wir Weißen das Schuld sind. Die Länder sind teilweise seit Jahrzehnten unabhängig und hätten uns dummen Weißen doch zeigen können, wie man es richtig macht.
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