Zentralafrikanische Republik Menschenrechtler schildern brutale Übergriffe auf Christen

Frauen und Männer werden vergewaltigt, vor den Augen ihrer Kinder ermordet: Amnesty International warnt vor einer wachsenden Zahl von Angriffen auf Christen in der Zentralafrikanischen Republik.

Uno-Soldaten mit Flüchtlingen in der Zentralafrikanischen Republik
REUTERS

Uno-Soldaten mit Flüchtlingen in der Zentralafrikanischen Republik


Amnesty International beklagt die wachsende Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik: Rebellen vergewaltigten Frauen und Männer und töteten sie, alles vor den Augen ihrer Kinder, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Freitag. Die Angriffe sollen demnach religiöse Hintergründe haben und sich vor allem gegen Christen richten.

Bei den Angreifern handelt es sich offenbar um eine Splittergruppe der muslimischen Rebellenkoalition Séléka. Amnesty International interviewte nach eigenen Angaben Überlebende aus der Provinz Basse-Kotto im Osten des Landes. Sie berichteten von Attacken einer Gruppe namens UPC.

Ein Sprecher von Amnesty sagte, die Uno-Stabilisierungsmission habe sich als wirkungslos erwiesen, um diese Form der Gewalt zu stoppen. "Zivilisten müssen besser beschützt werden."

Die Zentralafrikanische Republik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Lange Zeit lebten Muslime und Christen friedlich miteinander. 2013 übernahmen nach dem Sturz des christlichen Präsidenten François Bozizé überwiegend muslimische Séléka-Rebellen die Macht - und stürzten das Land ins Chaos.

Trotz eines fast drei Jahre währenden französischen Militäreinsatzes, den Paris im Oktober beendete, und der Präsenz von etwa 12.500 Uno-Soldaten ist ein Großteil des Landes weiter unter der Kontrolle bewaffneter Gruppen.

mho/AP

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