Zivile Nutzung: Bush will Atom-Deal mit Russland

Meilenstein in den amerikanisch-russischen Beziehungen: US-Präsident Bush wird einem Zeitungsbericht zufolge eine umfassende Zusammenarbeit seines Landes mit Russland in der zivilen Atomtechnik erlauben. Anlass für die Wende ist Russlands Engagement im Atomstreit mit Iran.

Washington - Die Entscheidung werde im Vorfeld des Treffens von George W. Bush mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am kommenden Samstag auf dem G8-Gipfel in St. Petersburg verkündet werden, berichtet die "Washington Post" heute unter Berufung auf Vertreter der USA.

Bush und Putin: Milliardendeal für Russland
DPA

Bush und Putin: Milliardendeal für Russland

Bush hatte sich lange gegen eine solche Kooperation gesträubt. Hintergrund war, dass Russland ein Atomkraftwerk für Iran nahe dem Persischen Golf baute. Doch die US-Regierung hat ihre Bewertung der Zusammenarbeit zwischen Iran und Russland inzwischen geändert. Mit dem Schritt erkenne Washington nun die konstruktivere Rolle Russlands im Atomstreit des Westens mit Iran an, berichtet das Blatt. Präsident Putin sei ein konstruktiver Partner im Atomstreit mit Iran.

Die Zusammenarbeit könne einen Umfang von mehreren Milliarden Dollar haben. Russland habe dabei dann unter anderem die Möglichkeit, verbrauchtes Nuklear-Material aus von den USA weltweit belieferten Atom-Reaktoren einzuführen und zu lagern. Dieses lukrative Geschäft könnte für Russland ein Anreiz sein, sich im Atomstreit mit Iran noch enger an die Position der USA anzunähern.

Für Bush dürfte die Entscheidung Schwierigkeiten im Kongress bedeuten. Der "Washington Post" zufolge wird der Russland-Deal voraussichtlich bei etlichen Abgeordneten für Empörung sorgen. Das Blatt zitiert einen Politikwissenschaftler mit den Worten: "Alle anti-russischen Rechten werden dagegen sein und alle Atomkraftgegner auch."

ler/Reuters

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