Streit um Sarkozy-Nachfolge: Frankreichs Konservative wiederholen Urwahl

Der erbitterte Streit unter den französischen Konservativen ist beendet: Der UMP-Vorsitzende Copé und sein Herausforderer Fillon haben sich auf Neuwahlen der Parteiführung geeinigt. So soll die Spaltung der Partei überwunden werden.

Ex-Premier Fillon: Neue Einigkeit mit seinem Rivalen Copé über "Ausweg aus der Krise" Zur Großansicht
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Ex-Premier Fillon: Neue Einigkeit mit seinem Rivalen Copé über "Ausweg aus der Krise"

Paris - Das Drama um die politische Nachfolge des früheren französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy geht weiter. In der Schlammschlacht um die Parteiführung einigten sich die beiden Rivalen Jean-François Copé und François Fillon am Montagabend auf eine Wiederholung der Urabstimmung über die künftige Spitze der konservativen Partei UMP.

In einer gemeinsamen Erklärung des umstrittenen neuen UMP-Vorsitzenden Copé und seines Herausforderer Fillon hieß es, es bestehe Einigkeit über einen "Ausweg aus der Krise". Das Sieben-Punkte-Abkommen sieht unter anderem Neuwahlen zur UMP-Führung spätestens bis zum Beginn der neuen Parlamentssitzung im Oktober 2013 vor.

Bis dahin führt Copé die größte französische Oppositionspartei. Der frühere Premierminister Fillon macht im Gegenzug für die schnelle Neuwahl die Gründung der eigenen Fraktion R-UMP in der Nationalversammlung rückgängig: Frankreichs Konservative hatten sich Anfang Dezember gespalten. Copé und Fillon verpflichten sich dem Text zufolge auch darauf, auf gerichtliche Schritte zu verzichten.

Das Ergebnis der Wahl zum Parteivorsitz, die Copé Mitte November laut einer Schiedskommission knapp gewann, hatte der frühere Premierminister angezweifelt. Fillon hatte angekündigt, vor ein Zivilgericht zu ziehen und gegen mögliche Verstöße gegen die UMP-Satzung zu klagen. Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hatte ihm von einem Gang vor Gericht abgeraten - und sich für die Neuwahl ausgesprochen.

Die Einigung der Rivalen sieht neben den Neuwahlen auch tiefgreifende Reformen der Parteistatuten vor. Zudem soll sie die Basis für die Suche nach dem nächsten Präsidentschaftskandidaten sein. Dafür sollen erstmals Vorwahlen nach US-amerikanischem Vorbild abgehalten werden.

Die Wahl des Parteivorsitzenden war auch deswegen so umstritten, weil sie als mögliche Vorentscheidung über die UMP-Kandidatur im Jahr 2017 galt. Dann endet die Amtszeit des sozialistischen Präsidenten François Hollande. Er hatte sich in diesem Mai gegen Sarkozy durchgesetzt.

bos/dpa/AFP

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