Zu wenig Waffen: Syrische Rebellen geben Hochburg Bab Amr auf

Die Übermacht von Assads Armee ist zu groß: Die syrischen Rebellen ziehen sich nach eigenen Angaben aus Bab Amr zurück. Sie hatten den Stadtteil von Homs über Wochen gegen Truppen der Regierung verteidigt - nun fehlen offenbar Waffen und Munition.

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REUTERS

Syrische Rebellen in Homs: Rückzug aus Bab Amr

Damaskus - Im Kampf gegen die Einheiten von Machthaber Baschar al-Assad haben die syrischen Rebellen offenbar eine empfindliche Niederlage hinnehmen müssen. Wie der Nachrichtensender al-Arabija meldet, hat die Freie Syrische Armee ihren Rückzug aus dem Viertel Bab Amr "aus strategischen Gründen" beschlossen. Die Deserteure hätten nicht genügend Waffen und Munition hieß es. Die Rebellen dagegen erklärten, dass der Rückzug erfolge, um etwa 4000 Zivilpersonen zu schützen - diese wollten ihre Häuser in dem Stadtviertel nicht verlassen.

Die meisten Rebellen hätten den Stadtteil von Homs bereits verlassen, berichtete al-Arabija. Zuvor hatten die Kämpfer der Opposition über 26 Tage erbitterten Widerstand gegen die Assad-Einheiten geleistet. Vor allem in den vergangenen Tagen war die Situation in Homs eskaliert, heftige Kämpfe hatten auf beiden Seiten hohe Verluste gefordert.

Wie aus Rebellenkreisen verlautete, hatten sich zuletzt noch zwischen 1000 und 1500 Kämpfer im Viertel befunden. Die Aufständischen waren davon ausgegangen, dass weniger als die Hälfte eine Invasion durch die Assad-Einheiten überlebt hätte.

Nach Angaben von Regimegegnern hat die syrische Armee am Donnerstag wiederholt versucht, Bab Amr zu stürmen. Die Aktivisten berichteten von Artillerieangriffen und Panzern, die rund um das Viertel in Stellung gebracht wurden. Erste Attacken wurden nach Angabe der Rebellen noch abgewehrt.

Der Armee sei es zunächst nicht gelungen, in den Stadtteil einzudringen. Kämpfe gebe es lediglich außerhalb des Viertels, hieß es. Auch der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, sagte noch am Donnerstagmorgen, die Gefechte zwischen Aufständischen und Soldaten würden außerhalb von Bab Amr ausgetragen. Die Armee wolle Bab Amr dennoch einnehmen, "koste es was es wolle".

Truppen wollten Bab Amr "von Rebellen säubern"

Noch am Mittwoch hatte die syrische Regierung angekündigt, Bab Amr von "Bewaffneten säubern" zu wollen. Der Ortsteil gilt als eine der Hochburgen der Gegner von Präsident Assad.

Der Uno-Menschenrechtsrat hat die Gewalt gegen Zivilpersonen in Syrien verurteilt. Bei einer Krisensitzung am Donnerstag stimmten 37 Mitglieder für die von der Türkei eingebrachte Resolution; Russland, China und Kuba votierten dagegen. Drei Mitglieder der 47 im Rat enthielten sich, vier stimmten nicht ab. In der Resolution wird Syrien aufgefordert, umgehend alle Angriffe auf Zivilpersonen zu stoppen und Hilfsorganisationen ungehinderten Zugang zu gewähren. Die Abstimmung im Uno-Menschenrechtsrat ist nicht rechtlich bindend.

Mit Blick auf die Sicherheitslage im Land hat Großbritannien seine Botschaft geschlossen und das diplomatische Personal aus Syrien abgezogen. Großbritannien hatte die Zahl der Belegschaft bereits im Vorfeld reduziert. Nur noch weniger als zehn Mitarbeiter waren vor Ort.

Opposition gründet Militärrat

Die syrische Opposition setzt im Kampf gegen das Regime von Präsident Assad immer stärker auf militärische Gewalt. Der Vorsitzende des Syrischen Nationalrats (SNC), Burhan Ghalioun, sagte in Paris, der SNC habe einen Militärrat gegründet. Ziel sei es jedoch nicht, einen Bürgerkrieg zu führen, sondern Chaos zu verhindern. Er erklärte: "Es gibt Staaten, die gesagt haben, sie wollten Waffen an die Opposition liefern. Damit dies nicht direkt und ohne Kontrolle geschieht, soll alles über diesen Rat laufen."

Ghalioun betonte, die Gründung des mit Experten besetzten Militärrats erfolge in Abstimmung mit den Deserteuren, die sich zur Freien Syrischen Armee zusammengeschlossen haben. Vor allem Vertreter der arabischen Öl-Monarchien hatten in den vergangenen Tagen laut über die Bewaffnung von Deserteuren in Syrien nachgedacht.

jok/dpa/Reuters/dapd

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1.
ewspapst 01.03.2012
Zitat von sysopEs sieht nach einem wichtigen Erfolg für Assads Armee aus: Die syrischen Rebellen ziehen sich nach eigenen Angaben aus Baba Amr zurück. Sie hatten den Stadtteil von Homs über Wochen gegen Truppen der Regierung verteidigt - nun fehlen offenbar Waffen und Munition. Zu wenig Waffen: Syrische Rebellen geben Hochburg Baba Amr auf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818645,00.html)
Zitat SPON Die Rebellen dagegen erklärten, dass der Rückzug erfolge, um etwa 4000 Zivilpersonen zu schützen - diese wollten ihre Häuser in dem Stadtviertel nicht verlassen. ich habe in den letzten Tagen ständig lesen können: Die Stadt ist in Schutt und Asche gebombt worden von den Truppen Assads. Nun sind plötzlich "etwa 4000 Zivilpersonen" in Häusern, die doch nur Schutt und Asche sein können. Gibt es hier Experten, die dieses "Wunder" erklären können?
2.
shorty969 01.03.2012
Zitat von sysopEs sieht nach einem wichtigen Erfolg für Assads Armee aus: Die syrischen Rebellen ziehen sich nach eigenen Angaben aus Baba Amr zurück. Sie hatten den Stadtteil von Homs über Wochen gegen Truppen der Regierung verteidigt - nun fehlen offenbar Waffen und Munition. Zu wenig Waffen: Syrische Rebellen geben Hochburg Baba Amr auf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818645,00.html)
Hieß es hier vor ein paar Tagen nicht noch, daß in Baba Amr 28.000 Zivilisten eingeschlossen sind? Heute sind es dann noch 4000. Wo ist der Rest hin? Da kam doch angeblich keiner raus?
3. ...
hansklauspeter 01.03.2012
Zitat von shorty969Hieß es hier vor ein paar Tagen nicht noch, daß in Baba Amr 28.000 Zivilisten eingeschlossen sind? Heute sind es dann noch 4000. Wo ist der Rest hin? Da kam doch angeblich keiner raus?
Inkorrekt, dabei ging es um die umkämpften Gebiete. Baba Amr ist nur eines davon, in Homs gibt es noch an anderen Stellen Widerstand, mal davon ab dass die genauen Zahlen eh kaum zu erfassen sind. Aber es ist relativ naheliegend den Stadtteil zu verlassen, wenn man gezwungen ist in bewohntem Gebiet zu kämpfen. Zeigt aber auch dass die Rebellen offensichtlich auch weiterhin über Optionen zum Verlassen der Stadt verfügen.
4. prognose
lebenslang 01.03.2012
Zitat von sysopEs sieht nach einem wichtigen Erfolg für Assads Armee aus: Die syrischen Rebellen ziehen sich nach eigenen Angaben aus Baba Amr zurück. Sie hatten den Stadtteil von Homs über Wochen gegen Truppen der Regierung verteidigt - nun fehlen offenbar Waffen und Munition. Zu wenig Waffen: Syrische Rebellen geben Hochburg Baba Amr auf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818645,00.html)
war nicht anders zu erwarten gewesen, ohne unterstützung gab es gegen assads truppen auf dauer keine aussicht auf sieg. wie dieser rückzug begründet wird ist unerheblich, das ergebnis zählt. ich wage mal die prognose, syrien steht wie tschetschenien ein längerer guerrilla-krieg bevor. es zu hoffen, das man das berechtigte ansinnen den despoten zu stürzen nicht wie in tschetschenien mit blut und dreck besudelt.
5. Kämpfe vorbei
Blutworscht 01.03.2012
Zitat von sysopEs sieht nach einem wichtigen Erfolg für Assads Armee aus: Die syrischen Rebellen ziehen sich nach eigenen Angaben aus Baba Amr zurück. Sie hatten den Stadtteil von Homs über Wochen gegen Truppen der Regierung verteidigt - nun fehlen offenbar Waffen und Munition. Zu wenig Waffen: Syrische Rebellen geben Hochburg Baba Amr auf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818645,00.html)
Die Kämpfe scheinen vorbei zu sein, betroffene Zivilisten können Aufatmen. Aber hätten die Aufständischen schon nicht vor Wochen den Ort räumen können, anstatt die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde zu nehmen?
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