Politikbühne Internet: Der Twitterkönig heißt Obama

EU-Ratspräsident von Rompuy tut es, Russlands Präsident Putin und US-Präsident Obama - Twitter ist zur politischen Bühne geworden. Zwei Drittel aller Staats- und Regierungschefs nutzen laut einer Studie den Kurznachrichtendienst. Vernetzt sind die Politiker allerdings kaum.

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AP

Hamburg/Genf - Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt lieber ihren Regierungssprecher Steffen Seibert twittern. Sie hat nicht mal einen Account, Seibert nutzt seinen eigen: @RegSprecher. Auch Bundespräsident Joachim Gauck hält sich bisher lieber vom Kurznachrichtendienst fern. Dafür sind andere Regierungs- und Staatschefs umso reger bei Twitter unterwegs. Zwei Drittel der Politiker schicken oder lassen vielmehr von ihren Mitarbeitern Kurz-Botschaften im Internet verschicken.

Das ist das Ergebnis einer in Genf vorgestellten Untersuchung mit dem Namen "Twiplomacy", die das Beratungsunternehmen Burson-Marsteller erstellt hat. Dazu wertete es 264 offizielle und persönliche Accounts von Staats- und Regierungschefs aus 125 Ländern aus. Twitter ist damit zur politischen Bühne geworden - allerdings ohne die Beteiligung der Staatsspitzen von Italien und China, sie haben das Twitter-Universum noch nicht für sich entdeckt.

Twitter-König ist US-Präsident Barack Obama (@BarackObama): Seine Botschaften werden von mittlerweile 17,9 Millionen Menschen weltweit gelesen. Er ist damit der erfolgreichste Polit-Twitterer. Ein Viertel der auf dem Kurznachrichtendienst aktiven Staat- und Regierungschefs folgt seinem Konto. Er hat sich allerdings bisher nur wenig vernetzt: Obama liest (beziehungsweise lässt lesen) nur die Tweets von Norwegens Regierungschef Jens Stoltenberg (@jensstoltenberg) und vom russischen Ministerpräsidenten Dmitrij Medwedew (@MedvedevRussiaE) - und steht mit keinem weiteren Vertreter einer Staatsspitze über Twitter in Kontakt.

Es verhält sich damit wie so viele seiner Regierungskollegen: Nicht einmal jeder zweite von ihnen nutzt das Netzwerk, um mit seinesgleichen Kontakt zu halten. Am besten auf der politischen Twitter-Bühne vernetzt ist EU-Ratspräsident Herman von Rompuy (@euHvR): Dabei folgt er nach Angaben der Studie gerade mal elf Staats- und Regierungschef.

Die Untersuchung zeigt zudem, dass viele Politiker das Netzwerk nur in Wahlkampfzeiten nutzen. Nach ihrer Wahl lassen sie ihren Account verwaisen. Das gilt zum Beispiel für den französischen Präsidenten François Hollande (@FHollande) und die brasilianische Staatschefin Dilma Rousseff (@DilmaBR). Beide hätten sich, so heißt es in der Untersuchung, seit ihrem Amtsantritt von ihren Followern "abgekehrt".

heb/AFP

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