Protest gegen China Zwei junge Tibeter sterben bei Selbstverbrennung

Erneut haben sich zwei junge Männer in Tibet bei lebendigem Leib verbrannt - aus Protest gegen die chinesische Herrschaft in ihrer Heimat. Die Zahl der Toten bei tibetischen Selbstverbrennungen ist damit auf 104 gestiegen.

Pro-Tibet-Aktivisten in Paris (Archivbild): "Sie sind unsere Helden"
REUTERS

Pro-Tibet-Aktivisten in Paris (Archivbild): "Sie sind unsere Helden"


Neu Delhi - Es ist ein trauriger Rekord: Vergangene Woche meldete die Organisation Free Tibet, 100 Tibeter seien bei Selbstverbrennungen gestorben. Sie hatten sich mit Benzin übergossen und angezündet.

Eine Woche später ist die Zahl erneut gestiegen. Zwei junge Männer haben sich am Dienstag bei lebendigem Leibe verbrannt. Ein 17-Jähriger und ein 18-Jähriger zündeten sich in dem Ort Kyangtsa an, erklärte das Tibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) im nordindischen Dharamsala. Die Zahl der Toten bei Selbstverbrennungen ist damit auf 104 gestiegen.

Die Tibeter protestieren damit gegen die chinesische Herrschaft in ihrer Heimat. In ihren letzten Worten fordern die Sterbenden immer wieder: Beschützt unsere tibetische Sprache, Kultur und Religion - unsere Identität. Seit Jahrzehnten fühlen sich die Tibeter von den Chinesen unterdrückt. Sie beklagen, dass sie Chinesisch sprechen müssen, ihren Bezirk nicht ohne Genehmigung verlassen dürfen und schlechter bezahlt werden als Chinesen.

Vor mehr als 50 Jahren verließ der Dalai Lama mit Zehntausenden das größte Hochland der Erde. Heute leben etwa 128.000 Tibeter im Exil, ihren Sitz hat die Regierung im indischen Dharamsala. Ihr Premierminister Lobsang Sangay hält die Selbstverbrennungen für die "tragischste Form des Protests": "Dass sie den Tod dem Leben vorziehen, zeigt, wie sehr die Tibeter unterdrückt werden und wie sehr sie leiden."

Die chinesischen Behörden reagieren auf die Selbstverbrennungen meist mit einer Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen. Sie machen den Dalai Lama und die exiltibetische Gemeinde für die Selbstverbrennungen verantwortlich. Die Protestakte seien aus dem Ausland sorgfältig vorbereitet und orchestriert, heißt es in offiziellen Erklärungen. Heftig kritisiert wird auch, dass die Tibeter, die sich selbst verbrennen, als Helden verehrt werden.

"Sie sind unsere Helden", betont Tenzin Chokey, Generalsekretärin des Tibetischen Jugendkongresses. "Sie haben es verdient, so genannt zu werden, also nennen wir sie so."

kgp/dpa

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insgesamt 15 Beiträge
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_meinemeinung 20.02.2013
1. Wo ist der Sinn?
Wo ist der Sinn solcher Aktionen? Es ist kein Zeichen des Protestes, das eigene Leben unter Höllenqualen zu beenden. Hierdurch wird keine Veränderung bewirkt. Veränderung erfordert Kampf und nicht Selbstaufgabe.
Wolfes74 20.02.2013
2. Erstaunlich jung
Zitat von sysopErneut haben sich zwei junge Männer in Tibet bei lebendigem Leib verbrannt - aus Protest gegen die chinesische Herrschaft in ihrer Heimat. Die Zahl der Toten bei tibetischen Selbstverbrennungen ist damit auf 104 gestiegen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/zwei-junge-tibeter-sterben-bei-selbstverbrennung-a-884494.html
Leicht zu erkennen wie ahnungslose und mitunter naive Jugendliche von div. polit. Organisationen missbraucht werden um Schlagzeilen zu generieren. Viel zu jung und viel zu unerfahren um sich wirklich darauf berufen zu können bzw. dafür zu sterben: "Beschützt unsere tibetische Sprache, Kultur und Religion - unsere Identität." Gertrieben und hirnmanipuliert von Funktionären wie Tenzin Chokey, Generalsekretärin des Tibetischen Jugendkongresses - woanders werden solche Leute Hassprediger genannt. Die "Free Tibet"-bewegung ist nix anderes als div. Terrororganisationen a´la ETA oder IRA und ihre Sympathisanten.
w b a 20.02.2013
3.
Zitat von Wolfes74Leicht zu erkennen wie ahnungslose und mitunter naive Jugendliche von div. polit. Organisationen missbraucht werden um Schlagzeilen zu generieren. Viel zu jung und viel zu unerfahren um sich wirklich darauf berufen zu können bzw. dafür zu sterben: "Beschützt unsere tibetische Sprache, Kultur und Religion - unsere Identität." Gertrieben und hirnmanipuliert von Funktionären wie Tenzin Chokey, Generalsekretärin des Tibetischen Jugendkongresses - woanders werden solche Leute Hassprediger genannt. Die "Free Tibet"-bewegung ist nix anderes als div. Terrororganisationen a´la ETA oder IRA und ihre Sympathisanten.
w b a 20.02.2013
4. Nix....
Zitat von _meinemeinungWo ist der Sinn solcher Aktionen? Es ist kein Zeichen des Protestes, das eigene Leben unter Höllenqualen zu beenden. Hierdurch wird keine Veränderung bewirkt. Veränderung erfordert Kampf und nicht Selbstaufgabe.
...aber auch gar nix verstanden!
galens 20.02.2013
5. Da lobe ich mir...
...doch die Chinesische Kommunistische Partei Führung die unparteiisch und demokratisch Tibet unterstützt und anscheinend manche Forums Teilnehmer nicht wahr Herr Wolfes 74.
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