Schlauchboot prallt an Felsen Zweijähriger Flüchtling stirbt im Mittelmeer

Im Mittelmeer ist ein Zweijähriger umgekommen. Das Kind starb laut einer Hilfsorganisation bei der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland - durchnässt und teils blutend wurden demnach die anderen Flüchtlinge gerettet.


Bei einem Bootsunglück mit Flüchtlingen in der Ägäis ist laut einer Hilfsorganisation wieder ein Kleinkind gestorben.

Das Schlauchboot mit dem Zweijährigen aus Syrien, seiner Mutter und Dutzenden anderen Migranten sei nahe der kleinen griechischen Insel Agathonisi gegen einen Felsen geprallt, teilte die maltesische Hilfsorganisation MOAS mit - und veröffentlichte ein Bild eines anderen, überlebenden Kleinkindes:

Die Leiche des toten Jungen bargen Fischer laut MOAS aus dem Wasser. Beim Aufprall auf den Felsen seien zudem mehrere Menschen in dem Boot verletzt worden. Die Organisation hilft nach eigenen Angaben in griechischen Gewässern bei der Rettung von Bootsflüchtlingen.

Die Hilfsorganisation erklärte, bei dem Zweijährigen handele es sich um den ersten Flüchtling, der im neuen Jahr bei der gefährlichen Überfahrt im Mittelmeer ums Leben kam. 2015 starben dabei rund 3700 Flüchtlinge, so viele wie nie zuvor.

Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) wagten 2015 mehr als 800.000 Menschen die Überfahrt von der Türkei nach Griechenland. Allerdings kamen die Rettungskräfte in den vergangenen Wochen auch häufig zu spät. Dutzende Menschen konnten nur noch tot aus dem Mittelmeer geborgen werden. Vor Sizilien rettete die italienische Küstenwache an Weihnachten Hunderte Bootsflüchtlinge.

apr/dpa



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