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Zweiter Anlauf Slowakisches Parlament stimmt Rettungsschirm zu

Jetzt hat auch das letzte der 17 Euro-Länder die Erweiterung des Euro-Rettungsschirms gebilligt: Das slowakische Parlament votierte in einer zweiten Abstimmung mit Ja. Zuvor hatten die Abgeordneten vorgezogene Neuwahlen beschlossen.

Bratislava - Es ist ein Ja im zweiten Anlauf: Die Slowakei hat der Erweiterung des Euro-Rettungsschirms EFSF zugestimmt. 114 Abgeordnete aus Regierung und Opposition sprachen sich im Parlament in Bratislava dafür aus - 76 Stimmen hätten ausgereicht. Nur 30 votierten gegen den Rettungsfonds. Drei Abgeordnete enthielten sich der Stimme.

Zuvor war die aus vier Parteien bestehende Regierungskoalition am Streit über den Rettungsschirm zerbrochen. Die christlich-liberale Premierministerin Iveta Radicova hatte das erste Votum mit der Vertrauensfrage verknüpft - und war gescheitert.

Der neoliberale Koalitionspartner "Freiheit und Solidarität" (SaS) hatte ihr die Gefolgschaft verweigert. Auch die Sozialdemokraten der Smer-SD-Partei hatten in der ersten Abstimmung mit Nein votiert, da Oppositionsführer Robert Fico Neuwahlen durchsetzen wollte. Seine Partei stimmte im zweiten Anlauf mit Ja, nachdem das Parlament zuvor Neuwahlen für den 10. März 2012 beschlossen hatte.

Präsident muss Übergangsregierung bestimmen

Staatspräsident Ivan Gasparovic muss nun entscheiden, wer bis zu den Neuwahlen die Übergangsregierung führen wird. Der Präsident wollte seine ursprünglich bis Freitag geplante Indonesien-Reise vorzeitig abbrechen, um die neue Regierungsbildung zu koordinieren. Seine Rückkehr wurde für Donnerstagabend erwartet.

In der Regel stellt die Partei den geschäftsführenden Premier, die bei der letzten Parlamentswahl die meisten Stimmen erhalten hat. Das waren im Juni 2010 die Sozialdemokraten mit fast 35 Prozent. Damit würde Radicova ihren Stuhl räumen müssen. Sie hatte in den vergangenen Wochen vehement für ein Ja zum Rettungsfonds geworben, nachdem sie sich zuvor im Wahlkampf noch gegen die Griechenland-Hilfe stark gemacht hatte.

Mit dem Ja aus der Slowakei kann der erweiterte Euro-Rettungsfonds künftig 440 Milliarden Euro für Hilfsmaßnahmen ausgeben - anstatt wie bisher 250 Milliarden Euro. Der neue Schirm enthält auch Instrumente, um schneller in Krisensituationen reagieren zu können. So kann er künftig auch Anleihen von Staaten kaufen - sowohl von Regierungen als auch von Investoren. Geplant ist außerdem, dass angeschlagene Länder vorsorglich Kredite erhalten. Auch können Euro-Länder Geld bekommen, um ihre Finanzinstitute in einer Schieflage stützen zu können.

Für die Slowakei mit ihren 5,5 Millionen Einwohnern wird nun ein Beitrag von 7,7 Milliarden Euro fällig.

heb/dpa/dapd/AFP

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insgesamt 48 Beiträge
the0retisch 13.10.2011
... herzlich Willkommen in der EU, Slowakei! Schon im zweiten Anlauf das aus Brüssel diktierte Ergebnis "abgestimmt". Irland hat länger gebraucht, bis es die europäische Form der "Demokratie" verstanden und [...]
... herzlich Willkommen in der EU, Slowakei! Schon im zweiten Anlauf das aus Brüssel diktierte Ergebnis "abgestimmt". Irland hat länger gebraucht, bis es die europäische Form der "Demokratie" verstanden und umgesetzt hatte...
raka 13.10.2011
Mein Gott, was für eine Schmierenkomödie. Da gerät Europa zwischen das Parteiengezänk in der Slowakei. Und das übliche Verfahren: Es wird so lange 'demokratisch' abgestimmt bis das Ergebnis stimmt ...
Zitat von sysopJ(...) Das slowakische Parlament votierte in einer zweiten Abstimmung mit Ja. (...)
Mein Gott, was für eine Schmierenkomödie. Da gerät Europa zwischen das Parteiengezänk in der Slowakei. Und das übliche Verfahren: Es wird so lange 'demokratisch' abgestimmt bis das Ergebnis stimmt ...
wika 13.10.2011
… das es auch in der Slowakei nicht anders zugeht als bei uns. Allein für inländisches Machtgerangel den Euro auch noch zu missbrauchen. Was hernach als Verantwortung in der Gemeinschaft gepriesen wird, könnte am Ende auch der [...]
… das es auch in der Slowakei nicht anders zugeht als bei uns. Allein für inländisches Machtgerangel den Euro auch noch zu missbrauchen. Was hernach als Verantwortung in der Gemeinschaft gepriesen wird, könnte am Ende auch der Sargnagel sein. Sicher man könnte meinen, unsere wie auch die slowakischen Politiker wären frei, frei von jedweder besseren Erkenntnis und vom großen Geld getrieben. Warum sollte man auch über langfristige Folgen nachdenken, wo doch nur die kurzfristigen zählen. Schade, damit ist der letzte Hoffnungsstreif (möglicherweise einer Mehrheit der Bevölkerung) mit dieser Entscheidung endgültig verdampft. Nicht wenige meinen, das Tor zur Hölle ein weiteres Stück aufgestoßen. Meistens wissen zwar die Politker nicht einmal über was sie da im eigentlichen Sinne abstimmen (begfragt zu den Summen wussten es auch unser Bundestagsabgeordneten nicht), macht aber ja auch nix, denn die Kompetenz liegt ja auch nicht im Gewissen sondern im Fraktionszwang. Und wer noch eine Nachhilfestunde zum ESM und möglichen Folgen möchte, der sollte sich mal *die kindgerechte Erklärung zum ESM reinpfeifen* … Link (http://qpress.de/2011/09/02/esm-die-neue-eu-heilslehre-kindgerecht-erklart/), aber geben sie den Link nicht an ihre minderjährigen Kinder weiter, halten sie ihn geheim, denn würden ihre Sprösslinge nach dem ESM Vorbild mit Ihnen ein Abkommen zur Sicherung ihres Taschengeldes abschließen, könnten sie sich sogleich nach Unterschrift im nächsten Türrahmen erhängen. Glück auf Europa, die beschworene Einigkeit ist zu forderst im Portemonnaie seiner Bürger zu finden und nicht bei Herz und Verstand, wie wir jetzt langsam lernen dürfen. Und wenn das Thema dominiert, dann kann man doch leicht auf den zustand unserer Politiker rückschließen, oder?
broccoli 13.10.2011
Jetzt hat auch das letzte der 17 Euro-Länder die*Erweiterung des Euro-Rettungsschirms gebilligt: Das slowakische Parlament votierte in einer zweiten Abstimmung mit Ja. Zuvor hatten die Abgeordneten vorgezogene Neuwahlen [...]
Jetzt hat auch das letzte der 17 Euro-Länder die*Erweiterung des Euro-Rettungsschirms gebilligt: Das slowakische Parlament votierte in einer zweiten Abstimmung mit Ja. Zuvor hatten die Abgeordneten vorgezogene Neuwahlen beschlossen. Das ist also die "demokratische" EU! Jetzt wird schon von Brüssel bestimmt, was für eine Regierung für sie (die EU-Technokraten) gut ist. Das ist/war doch nichts anderes als ein Putsch gegen die slowakische Regierung. Pfui Teufel. Was bin ich froh, dass die Schweiz in dieser "Diktatur" nicht dabei ist! Gruss
vogelsteller 13.10.2011
na, das ging ja plötzlich ganz schnell. erpressungen sind immer sehr erfolgreich, wenn wie in diesem fall, das kleine land am kurzen hebel sitzt. die parole lautet: "vogel friß - oder stirb". keine sorge, das ist [...]
na, das ging ja plötzlich ganz schnell. erpressungen sind immer sehr erfolgreich, wenn wie in diesem fall, das kleine land am kurzen hebel sitzt. die parole lautet: "vogel friß - oder stirb". keine sorge, das ist alles ganz legal und dazu außerordentlich demokratisch.
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