Tel Aviv - Noch gibt es wenige gesicherte Angaben, fest steht bislang nur: Die israelische Luftwaffe hat eine Drohne abgeschossen, die von Norden aus in Israels Luftraum eingedrungen war. Dies bestätigte ein Sprecher der Armee am Donnerstag. Ein Kampfflugzeug des Typs F-16 habe das unbemannte Fluggerät wenige Kilometer vor der Küste nahe der Hafenstadt Haifa getroffen.
Man wisse nicht genau, wo die Drohne herkam und wer sie einsetzte, hieß es weiter. Israelische Medien berichteten, man gehe davon aus, dass die Drohne von der Hisbollah nach Israel geschickt worden sei. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wies die Hisbollah jedoch zunächst zurück, dass sie etwas mit der Drohne zu tun habe. Der Vorfall ereignete sich gegen 14.00 Uhr Ortszeit (13.00 Uhr MESZ). Die Marine suchte am Nachmittag nach Trümmern des Kleinflugzeugs im Meer.
Medienberichten zufolge war Israels Premier Benjamin Netanjahu während des Vorfalls gerade unterwegs in Richtung Norden. Sein Hubschrauber sei deshalb zu einer Zwischenlandung gezwungen gewesen. Nach dem Abschuss gab es Berichte von israelischen Flugmanövern über dem Libanon. Netanjahu sprach von einem "schwerwiegenden Versuch, unsere Grenzen zu verletzen". Der Premier versprach, er werde "alles Notwendige unternehmen, um unsere Bürger zu verteidigen".
Bereits im Oktober hatte ein israelisches Kampfflugzeug über der Negev-Wüste eine Drohne abgeschossen. Das unbemannte Fluggerät war von Westen in den israelischen Luftraum eingedrungen und hatte das Land dann Richtung Osten überflogen. Dabei zog der Apparat auch an der Atomanlage Dimona im nördlichen Teil der Negev-Wüste vorbei.
Die Hisbollah bekannte sich damals zu dem Einsatz und erklärte, es handele sich um ein iranisches Modell, das im Libanon montiert worden sei. Die israelische Armee stellte danach ein neues Flugabwehrsystem in der Nähe von Haifa auf.
amz/dpa/Reuters/AFP
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