Annäherung der Inselteile Zypern-Gespräche enden ergebnislos - mal wieder

Monatelang haben griechische und türkische Zyprer zäh verhandelt - nach 42 Jahren Teilung der Insel hofften viele auf eine Einigung. Doch nun ist erneut ein Gipfel gescheitert.

Friedensdemo in Nikosia am Wochenende
AFP

Friedensdemo in Nikosia am Wochenende


Die jüngste Runde der Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns sind ohne Einigung zu Ende gegangen. Nach mehr als 42 Jahren Teilung schienen die griechischen und türkischen Zyprer einer Einigung ein ganzes Stück nähergekommen zu sein. Doch wie schon so oft in den vergangenen Jahrzehnten endeten die Gespräche ohne Ergebnis.

Zyperns Staatschef Nicos Anastasiades und der türkisch-zyprische Präsident Mustafa Akinci entschlossen sich nach den zweitägigen Gesprächen im schweizerischen Mont Pèlerin zur Abreise, sie sollen sich im Streit getrennt haben. "Das Klima ist vergiftet", kommentierte ein enttäuschter Diplomat am Dienstagmorgen in der Hauptstadt Nikosia. Ein Datum für ein weiteres Treffen gibt es noch nicht.

Knackpunkt der Gespräche am Genfer See waren einem Uno-Sprecher zufolge Territorialfragen zur künftigen Aufteilung Zyperns zwischen der griechisch- und türkischsprachigen Gemeinschaft.

Konkret solle es um die Frage gegangen sein, wie viel Land an die griechischen Zyprer im Falle einer Lösung zurückgegeben werden soll, damit möglichst viele griechische Zyprer unter eigener Verwaltung in ihre Häuser zurückkehren können.

Bei den vorangegangenen Gesprächen, die vom 7. bis 11. November in Mont Pèlerin stattfanden, hatte es nach Uno-Angaben erhebliche Fortschritte gegeben. Einzelheiten wurden aber nicht bekannt.

Die Uno vermittelt in dem seit mehr als 40 Jahren andauernden Konflikt. Die Mittelmeerinsel ist seit einem von der damaligen Militärjunta in Griechenland gestützten Putsch und einer anschließenden türkischen Militärintervention im Jahr 1974 geteilt. Die Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt.

Mehrere Versuche einer Aussöhnung gingen ins Leere, 2004 scheiterte ein von den Vereinten Nationen vorgelegter Plan für eine Wiedervereinigung. Im Mai 2015 wurden die Verhandlungen unter Uno-Vermittlung wieder aufgenommen.

kgp/Reuters/dpa

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