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Europäische Union: Zypern will Beitrittsverhandlungen mit der Türkei blockieren

Nikos Anastasiades und Donald Tusk Zur Großansicht
REUTERS

Nikos Anastasiades und Donald Tusk

Zypern droht mit einem Veto gegen den EU-Flüchtlingsdeal mit der Türkei. Ankara müsse den Inselstaat anerkennen, sonst sei eine Zusammenarbeit unmöglich. EU-Ratspräsident Tusk will vermitteln.

Bei der Lösung der Flüchtlingskrise setzt die Europäische Union auf die Türkei. Das Land soll Migranten aufnehmen und versorgen. Im Gegenzug fordert Ankara Milliardenhilfen - und neuen Schwung für die Beitrittsverhandlungen mit der EU. Genau das will Zypern allerdings nur unter einer Bedingung zulassen: Die Türkei müsse erst den Inselstaat anerkennen, sagte Präsident Nikos Anastasiades.

"Zypern wird nicht der Öffnung neuer (Verhandlungs-)Kapitel zustimmen, solange die Türkei ihre Verpflichtungen nicht erfüllt", sagte der Präsident. Zuvor hatte sich Anastasiades in Nikosia mit dem EU-Ratspräsident Donald Tusk, getroffen, um den EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag dieser Woche vorzubereiten.

Bei dem Spitzentreffen am Donnerstag und Freitag soll das geplante Flüchtlingsabkommen mit der Türkei besiegelt werden. Die EU stellt dabei auch das Öffnen weiterer Verhandlungsbereiche mit dem Kandidatenland in Aussicht. "Ich bin nicht hier, um Druck auf Zypern auszuüben", sagte Tusk.

Die vorgelegten Vorschläge aus Ankara vom vergangenen EU-Gipfel müssten neu austariert werden, sagte Tusk. Bei den geplanten Rückführungen von Migranten, die unerlaubt aus der Türkei auf die griechischen Inseln übersetzen, müssten EU-Recht und internationale Verpflichtungen eingehalten werden.

Tusk kündigte an, noch am Dienstagabend nach Ankara zu reisen. Dort will er den türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu treffen.

Die Türkei hatte bereits 1987 ein EU-Beitrittsgesuch gestellt. Seitdem haben sich die EU und die Türkei kontinuierlich angenähert, Beitrittsverhandlungen wurden aber erst 2005 aufgenommen und lagen zuletzt auf Eis.

vek/brk/dpa

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insgesamt 75 Beiträge
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1. Das wäre wunderbar
lars.manhof 15.03.2016
Fast egal, wodurch dieses Schreckensabkommen mit der Türkei abgewendet wird. Fast, als sei es Absicht, demonstriert die Türkei derzeit täglich ihre Unmenschlichkeit gegen Menschen, Verfassungsurteile, jetzt gegen die Kurden im Land, gegen Journalisten. Und man wartet nicht lange darauf, wer in Ankara den Anschlag verübt hat, sondern bombt gleich lustig los. Dadurch, daß sich Putin zurückgezogen hat, steht die Türkei als einer der gefährlichen Bösewichte und Kriegsstifter da.
2.
johannesraabe 15.03.2016
Recht haben sie.
3.
wo_st 15.03.2016
Danke Zypern!
4. Türkei in die EU
harigr 15.03.2016
Da stellen sich mir die Nackenhaare auf. Was dieser Möchtegernkalif täglich/wöchentlich veranstaltet, da verbietet sich allein schon der Gedanke an das Thema. Aber das ist Politik, dreckig, schmierig, da wird alles verramscht und verkauft.
5. Man darf sich kaputt lachen
redbayer 15.03.2016
über die doofen Cyprer. Der deutschen EU unter Merkel geht es doch ausschließlich um imperiale Expansion. Was die Deutschen in zwei Weltkriegen nicht bekommen haben, wollen sie sich jetzt unter dem Schirm "der deutschen Menschenrechte" holen und dazu gehören natürlich die Ukraine und die Türkei. Da könnt ihr euch noch so aufblasen auf eurer Insel, wenn Merkel etwas will, dann setzt die Despotin es auch durch.
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Fläche: 5364 km²

Bevölkerung: 890.000

Hauptstadt: Nikosia (Lefkosa)

Staats- und Regierungschef: Nicos Anastasiades

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