Gaza - Der Tag wird als einer der blutigsten in die Geschichte der Palästinensergebiete eingehen. In einer Serie von Angriffen töteten die israelischen Luftstreitkräfte zahlreiche Palästinenser, dutzende wurden verletzt, auch zahlreiche Frauen und Kinder.
Der vorerst letzte Angriff erfolgte am späten Montagabend. Israelische Kampfhubschrauber beschossen im Gazastreifen erneut ein Auto mit Raketen und töteten allein dabei mindestens zehn Palästinenser. Dutzende weitere Menschen sind laut Angaben palästinensischer Rettungskräfte verletzt worden. Der Angriff habe einem Auto im Flüchtlingslager El Buredsch gegolten, berichteten Augenzeugen. Dieses sei jedoch entkommen, stattdessen hätten zwei weitere Raketen eine Menschenmenge am Einschlagsort der ersten Rakete getroffen.
Nach unbestätigten Berichten gab es am Abend noch einen weiteren israelischen Angriff auf ein Ziel am Ostrand von Gaza-Stadt. Über mögliche Opfer dieses fünften Militärschlags am selben Tag lagen zunächst keine Angaben vor. Insgesamt starben bei den israelischen Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen am Montag mindestens 13 Palästinenser.
Bei den vorhergehenden drei Angriffen waren am Montag drei Palästinenser getötet und 26 verletzt worden. Die gezielten Angriffe auf militante Palästinenser hatten am Morgen begonnen. Die Israelis hatten zunächst ein Haus im Osten von Gaza-Stadt bombardiert, das von den Extremisten als Werkstatt zum Bau von Mörsern und Raketen genutzt wurde.
Zwei Stunden später jagten Apache-Helikopter ein mit zwei militanten Hamas-Aktivisten besetztes Auto in der Innenstadt von Gaza. Sie feuerten zwei Raketen auf das Fahrzeug ab, das sofort explodierte. Die beiden Insassen und ein Passant wurden getötet sowie mehrere Kinder zum Teil schwer verletzt, die auf dem Heimweg von Schule und Kindergarten waren.
Der dritte Raketenangriff innerhalb von vier Stunden richtete sich am Mittag gegen ein mutmaßliches Versteck militanter Palästinenser am nördlichen Stadtrand von Gaza. Dabei wurde jedoch niemand verletzt.
Am Sonntagabend hatten militante Palästinenser im Westjordanland eine israelische Armee-Patrouille angegriffen und drei Soldaten getötet. Ein vierter Soldat wurde nach Informationen aus israelischen Sicherheitskreisen verletzt. Der Überfall war der schwerste Angriff auf israelische Truppen im Westjordanland seit Februar vergangenen Jahres.
Die israelische Regierung hatte im Juni offiziell angekündigt, sie wolle künftig alle palästinensischen Extremistenführer liquidieren. Seit Beginn des Aufstandes der Palästinenser gegen die Besatzungstruppen und für einen eigenen Staat vor gut drei Jahren sind mehr als 2180 Palästinenser und etwa 830 Israelis getötet worden. Die meisten der Israelis starben bei Selbstmordanschlägen palästinensischer Extremisten in Israel.
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