Münster - Die Post, die Jens Spahn seit einigen Tagen erhält, ist selten in freundlichem Ton gehalten. "Du hast dich mit deiner großen Fresse nur ins gemachte Nest gesetzt", hieß es zum Beispiel in einer E-Mail. Seit sich der 27-jährige CDU-Bundestagsabgeordnete deutlich gegen die außerplanmäßige Rentenerhöhung ausgesprochen hat, steht er bei zahlreichen empörten Bürgern in der Kritik. Jetzt hat Spahn sogar Morddrohungen erhalten.
"In den vergangenen drei Tagen gab es mehrere Morddrohungen, sie kamen alle per Brief", sagte Spahn der "Münsterschen Zeitung". Laut dem Berliner Büro von Spahn hat sich die Kritik an dem Politiker stark verschärft. Briefe "in dieser Härte und Qualität" seien erst "in den vergangenen Tagen" gekommen.
Spahn war öffentlich in den Fokus geraten, da er die außerplanmäßige Rentenerhöhung von 1,1 Prozent kritisierte, die die Große Koalition in Berlin jüngst beschlossen hatte. Infolge der Kritik hatte der Vorsitzende der Senioren-Union-NRW, Leonhard Kuckart, Spahn angedroht, seine Kandidatur für den Bundestag zu verhindern. Zudem hat er ihm politische Unreife unterstellt.
Die Union hatte sich in den vergangenen Tagen um Schadensbegrenzung bemüht, am vergangenen Wochenende trafen sich die Spitzen von Junger Union und Senioren-Union in Nordrhein Westfalen, um die Wogen zu glätten.
hen/ssu/dpa/ddp
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