ThemaWahlrechtsreformRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
27.05.2009
 

Reformvorschläge

Schäuble will Wählern mehr Macht geben

Mehr Einfluss mit dem Stimmzettel: Innenminister Schäuble hat vorgeschlagen, dass die Bürger stärker beeinflussen können, welche Kandidaten in den Bundestag kommen. Doch im September soll noch das alte Wahlrecht gelten.

Osnabrück - Die Kreuzchen auf dem Wahlzettel könnten in Zukunft eine neue Bedeutung bekommen - wenn es nach Innenminister Wolfgang Schäuble geht. Es gebe die Entwicklung, dass bei Wahlen "weniger die Parteiprogramme, sondern immer stärker Personen eine Rolle spielen", sagte der CDU-Politiker in einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Innenminister Schäuble: Das Wahlrecht bürgernäher weiterentwickeln
Zur Großansicht
DPA

Innenminister Schäuble: Das Wahlrecht bürgernäher weiterentwickeln

"Dieser Entwicklung ließe sich mit einer Wahlrechtsreform entgegenkommen - indem zum Beispiel der Wähler künftig mit der Zweitstimme die Reihenfolge der Kandidaten auf der Liste einer Partei mitbestimmen kann", erklärte Schäuble seinen Vorschlag. Darüber müsse aber der Konsens aller demokratischen Parteien hergestellt werden.

Indirekt wandte sich Schäuble gegen die Forderung von SPD, Grünen und Linkspartei, das Bundestagswahlrecht noch vor der Wahl am 27. September zu reformieren. Hintergrund ist die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, dass die geltende Regelung für Überhangmandate für verfassungswidrig erklärt hat. Das Gericht hatte für eine Korrektur allerdings eine Frist bis 2011 gesetzt. "Im Zuge dessen böte sich die Chance zu überlegen, wie das Wahlrecht insgesamt bürgernäher weiterentwickelt werden kann", sagte Schäuble.

Der Minister wandte sich allerdings dagegen, mehr Elemente direkter Demokratie in die Verfassung aufzunehmen, wie es Bundespräsident Horst Köhler vorgeschlagen hatte. Er sei "überzeugt, dass die Grundentscheidung unseres Grundgesetzes für die parlamentarische Demokratie die richtige ist".

Dies gelte schon deswegen, weil sich Volksentscheide auf Bundesebene mit der föderalen Struktur nicht vereinbaren ließen. "Wie wollen Sie bei einem Volksentscheid die grundgesetzlich festgeschriebene Mitwirkung der Bundesländer an der Gesetzgebung regeln?", sagte er. Auch sei fraglich, wie die verfassungsgerichtliche Überprüfung von Gesetzen beim Volksentscheid funktionieren solle.

sac/dpa/ddp/AP

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 670 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
01.06.2010 von wolf-wolf: Weg frei für nächsten Heuchler ?

Horst Köhler war einer von weniger ehrlichem Politiker der meistens das ausgesprochen hat das was das Volk dachte und wollte. Leider hat nicht die nötiger kraft sich gegen die macht gierige Meute von Leugner und Lügner den das [...] mehr...

01.06.2010 von nn280: Wer kommt nach Horst Köhler?

Auf einen Hanspampel wird ein neuer Hanspampel folgen. Im Grunde genommen ist es egal, wer dieses teure Amt ausfüllt. Die Deutschen wollten 1948 einen Präsidenten haben, die Alliierten Sieger haben aber das Amt kastriert. Man [...] mehr...

01.06.2010 von bicyclerepairmen:

Breitet sich bei Ihnen hinsichtlich Hottes Vorgängern die Nebel des Vergessens aus ? Wo haben die letzten denn, im Gegensatz zum ehem. Bundeshotte so sehr ihre Standorte markiert ? Oder meinen Sie dabei den Ruck-Roman [...] mehr...

01.06.2010 von maan: Demokratie statt Monarchie

Mir gefällt ein demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt viiieeel besser als die Monarchie. Die Demokratiekosten dafür sollten in der immer noch wohlhabenden Bundesrepublik Deutschland wirklich kein Thema sein! Das ist bei uns [...] mehr...

01.06.2010 von FrankyB: Nachfolge?

Also, ich finde, es muss wieder jemand mit Format sein der auch mal unbequeme Wahrheiten ausspricht. Meine Favoriten: 1. Gerhard Schröder, Ex BK Ohne Frage, genug Format und breite Schultern, sagt was er denkt auch wenns [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles zum Thema Wahlrechtsreform

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP