Jugendgewalt Ab März erstes Erziehungscamp in Nordrhein-Westfalen

NRW macht Tempo in Sachen Jugendstrafrecht: Einem Zeitungsbericht zufolge will das Bundesland in Kürze ein Erziehungscamp für junge Kriminelle einrichten. Das erklärte Familienminister Armin Laschet.


Düsseldorf - Der Minister beendete mit dieser Klarstellung ein tagelanges Verwirrspiel in der Landesregierung um Erziehungscamps in NRW. "Wenn ein jugendlicher Intensivtäter durch harte Gewaltdelikte auffällig geworden ist, muss er zunächst einmal aus dem Verkehr gezogen werden", sagte Laschet (CDU) der "Rheinischen Post" und kündigte konkrete Pläne zur Einrichtung eines Erziehungslagers an.

Familienminister Armin Laschet: Jugendliche Intensivtäter "aus dem Verkehr ziehen"
MARCO-URBAN.DE

Familienminister Armin Laschet: Jugendliche Intensivtäter "aus dem Verkehr ziehen"

Das betreffende Erziehungscamp soll aus einem Heim im niederrheinischen Neukirchen-Vluyn im Westen des Ruhrgebiets entstehen. Ein Termin steht offenbar auch schon fest: Voraussichtlich ab März soll das Camp 20 bis 25 jugendliche Intensivtäter im Alter zwischen 14 und 18 Jahren aufnehmen. Die Einrichtung werde das erste geschlossene Heim in NRW sein, sagte der Minister.

Laschet unterstrich, dass das Erziehungslager nicht nach Vorbild von US-amerikanischen Bootcamps entstehen werde, weil dort junge Menschen gedemütigt würden. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE lehnte Laschet die Einrichtung solcher Camps kategorisch ab.

In dem neuen Camp liege der Schwerpunkt stattdessen auf Erziehung, Bildung und Ausbildung. Auch werde es einen geregelten Tagesablauf geben. "Insofern werden die Jugendlichen auch mit Druck Regeln und Grenzen erfahren", sagte Laschet.

amz/ddp



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