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28.05.2009
 

EU-Bericht

Muslime beklagen Diskriminierung in Europa

Sie fühlen sich benachteiligt und gedemütigt und sie vertrauen weder Polizei noch Hilfsorganisationen: Ein Großteil der Muslime in der EU wird diskriminiert, so eine europaweite Studie - und jeder zehnte gibt sogar an, bereits Opfer einer rassistisch motivierten Straftat geworden zu sein.

Madrid - Millionen Muslime leben in den Staaten der Europäischen Union. Doch laut eines Berichtes der EU-Agentur für Grundrechte (FRA) fühlt sich ein Großteil von ihnen benachteiligt. Ein Drittel der befragten Muslime gab an, in den vergangenen zwölf Monaten diskriminiert worden zu sein. Elf Prozent berichteten, Opfer einer rassistisch motivierten Straftat geworden zu sein, heißt es in der am Donnerstag in Madrid veröffentlichten Studie.

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Fast vier Fünftel der befragten Muslime erklärten, sie würden Diskriminierungen oder rassistisch motivierte Straftaten weder der Polizei noch irgendwelchen Hilfsorganisationen oder Interessenverbänden melden. Die meisten von ihnen begründeten dies damit, dass die verantwortlichen Stellen ohnehin nichts unternähmen und eine Meldung die Mühe nicht lohne.

Dies werfe die Frage auf, ob die Diskriminierung als etwas "Alltägliches" akzeptiert werde, sagte FRA-Direktor Morten Kjærum. Die FRA plädierte dafür, das Vertrauen von Minderheiten in die Behörden und die Polizei zu stärken. "Das Rechtssystem muss für alle Opfer von Rassismus zugänglich sein - nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis", betonte Kjærum.

Nach der Studie führen die Muslime Diskriminierungen in erster Linie auf ihre Hautfarbe und ethnische Zugehörigkeit zurück. Das Tragen traditioneller oder religiöser Kleidung - wie zum Beispiel von Kopftüchern - scheint dagegen eine untergeordnete Rolle zu spielen. Nur zehn Prozent der Befragten gaben an, die Diskriminierung beruhe allein auf ihrer Religion.

Die Studie ist Teil einer EU-weiten Erhebung zu Erfahrungen mit Diskriminierungen und rassistisch motivierten Straftaten. Dazu waren 23.500 Zuwanderer und Angehörige ethnischer Minderheiten befragt worden.

beb/dpa

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