Hannover - Nach dem ersten BSE-Verdachtsfall bei einer Kuh in Niedersachsen halten die Behörden so genanntes Milchaustauschfutter für neugeborene Kälber für die wahrscheinlichste Ursache der Rinderseuche. Wie schon bei den von BSE betroffenen Tieren in Schleswig-Holstein und Bayern müsse auch die niedersächsische Kuh auf Grund der langen Inkubationszeit kurz nach ihrer Geburt 1996 infiziert worden sein, sagte Landwirtschaftsminister Uwe Bartels (SPD) am Mittwoch nach einer Sitzung des eigens gebildeten Krisenstabes in Hannover. Der betroffene Hof im Landkreis Osnabrück habe seit langem Milchaustauschfutter für junge Kälber von einem Lieferanten aus den Niederlanden bezogen.
Es müsse jetzt mit kriminalistischen Methoden geklärt werden, ob die Bestandteile des Milchaustauschfutters möglicherweise nicht korrekt hergestellte Bestandteile enthalten hätten, wie etwa zu schwach sterilisierte Tierfette, sagte Bartels. Nicht überall in Europa seien Tierfette ausreichend erhitzt worden. "Notfalls müssen wir das Bundeskriminalamt einschalten". Auch die Europäische Kommission sei gefordert, die Ermittlungen zu unterstützen. Niedersachsen wolle sich umgehend mit Schleswig-Holstein und Bayern in Verbindung setzen, wo ebenfalls Milchaustauschfutter aus den Niederlanden und aus Italien verwendet worden seien.
Nach den bisher drei positiven Schnelltests halte er eine Bestätigung des BSE-Verdachtes für wahrscheinlich, sagte Bartels. Bis Samstag werde ein Ergebnis der Bundesanstalt für Viruserkrankungen aus Tübingen vorliegen. Bei einer Bestätigung würde der gesamte Bestand des Hofes, der nach korrigierten Angaben des Ministeriums aus 273 Tieren besteht, getötet und verbrannt. Zugleich beschloss Niedersachsen, künftig den Schnelltest auch auf Schafe auszudehnen und alle auffälligen Tiered auf die BSE-ähnliche Krankheit Scrapie zu untersuchen.
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