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02.05.2001
 

Kabinettsbeschluss

Ethik-Rat soll Grenzen der Gen-Technik suchen

Das Bundeskabinett hat die Gründung eines "Nationalen Ethikrates" beschlossen. Das Expertengremium soll sich mit den moralischen Fragen und Grenzen bei der Bio- und Gentechnik beschäftigen.

Berlin - Der Rat soll "nahe an der Politik, dialogoffen und unabhängig" arbeiten, heißt es im Gründungskonzept.
Über die Zusammensetzung des etwa 20 Mitglieder zählenden Gremiums, dem namhafte Wissenschaftler sowie Repräsentaten des gesellschaftlichen Lebens angehören sollen, gibt es noch Unklarheiten.
Unter anderem hatte der frühere Verfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde nach einem Bericht des "Tagesspiegel" überraschend abgesagt.
Der "Ethikrat" entsteht auf Initiative von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Das Gremium solle Bundesregierung und Parlament beraten, zugleich aber "auch Einfluss nehmen auf konkrete politische Entscheidungen", betonte der Kanzler bei der Gründung am Mittwoch in Berlin.

Ex-Ministerin: Keine Konkurrenz für Parlamentskommission

Die frühere Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) fürchtet keine Konkurrenz zu der entsprechenden Enquete-Kommission des Bundestages. Bedeutung und Qualität des neuen Gremiums hingen "von der Qualität seiner Argumente" ab, sagte Fischer im Deutschlandradio. Die frühere grüne Gesundheitsministerin war wegen ihrer kritischen Haltung zur Gentechnik bekannt.

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