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23.05.2001
 

Bundespräsident Johannes Rau

"Wo die Menschenwürde berührt ist, zählen keine wirtschaftlichen Argumente"

Johannes Rau
REUTERS

Johannes Rau

Weder wirtschaftliche Interessen noch medizinische Ziele dürften ethische Argumente verdrängen, forderte Johannes Rau in seiner "Berliner Rede". Die Rechtfertigung, Genforschung schaffe Arbeitsplätze, stellt in den Augen des Bundespräsidenten einen "Ausdruck ethischer Kapitulation" dar.

"Wenn wir begründete Zweifel haben, ob wir etwas technisch Mögliches tun dürfen oder nicht, dann muss es so lange verboten bleiben, bis alle begründeten Zweifel ausgeräumt sind," so Rau in Berlin. Schwer Kranken könne auch mit Methoden geholfen werden, die niemanden in Gewissensnöte bringen.

"Wo die Menschenwürde berührt ist, zählen keine wirtschaftlichen Argumente." Ökonomische Interessen seien legitim und wichtig. "Sie können aber nicht gegen die Menschenwürde und den Schutz des Lebens aufgewogen werden."

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