Berlin - Die SPD kommt nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf bei 29,7 Prozent (1999: 22,4 Prozent). Die CDU fiel um 17,1 Prozenpunkte auf magere 23,7 (40,8) Prozent zurück. Die PDS wurde erneut drittstärkste Partei, steigerte sich aber noch von 17,7 Prozent vor zwei Jahren auf nun 22,6 Prozent. Der FDP gelang nach sechs Jahren wieder der Einzug ins Abgeordnetenhaus. Sie erreichte 9,9 (2,2) Prozent. Die Grünen erreichten mit 9,1 Prozent (9,9) annähernd ihr altes Ergebnis von 9,9 Prozent.
Die CDU erlitt die stärksten Verluste, die jemals eine Partei bei einer Wahl in Deutschland erlitten hat. CDU-Spitzenkandidat Frank Steffel hat bereits wenige Minuten nach Schließung der Wahllokale die Niederlage seiner Partei eingestanden: "Wir haben gekämpft und wir haben verloren. Wir haben von den Wählerinnen und Wählern einen Denkzettel erhalten." Er übernehme für dieses Ergebnis selbstverständlich die Hauptverantwortung. Dennoch meldete er aber Anspruch auf die Führung der CDU-Fraktion an. "Ich werde mich als Fraktionsvorsitzender bewerben und den Erneuerungsprozess der CDU fortführen und voran treiben."
Niedergeschlagen: Wahlverlierer Frank Steffel
Die Spitzenkandidatin der Berliner Grünen, Sibyll Klotz, hat das Ergebnis für ihre Partei als Riesenerfolg bezeichnet. "Es ist klar, dass es keine große Koalition geben wird und es ist klar, dass wir unser Ergebnis halten konnten", sagte sie. Wenn es am Ende gelinge, über 9,9 Prozent zu kommen, sei der negative Bundestrend ihrer Partei gebrochen. "Dann wäre es das erste Mal seit 16 Landtagswahlen, dass wir als Grüne wieder zugelegt haben."
Der PDS-Spitzenkandidat Gregor Gysi sagte: "Alle Zeichen, die ich habe, sprechen dafür, dass es zu einer SPD/PDS-Koalition kommt. Aber das kann sich ja auch noch ändern, also warten wir es einmal ab." Falls die SPD lieber mit FDP und Grünen koalieren wolle, dann "soll sie halt herumampeln, ich glaube, das wird der SPD nichts bringen".
Die vorgezogene Neuwahl war nötig geworden, nachdem die große Koalition im Juni wegen des Banken- und Spendenskandals zerbrochen war. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben des Landeswahlleiters bei 70,5 Prozent. Vor zwei Jahren hatte sie bei 65,9 Prozent gelegen.
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