Hamburg - Auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im Institut für Rechtsmedizin der Uni München sprach Schill von einer "Schmutzkampagne nach dem Stasi-Handbuch". Ihm bleibe keine andere Wahl, als den Gegenbeweis anzutreten. "Ich weiß ja, dass ich noch nie in meinem Leben illegale Drogen genommen habe, insbesondere kein Kokain", sagte er. Die Vorwürfe seien "an den Haaren herbeigezogen". Das NDR-Fernsehmagazin "Panorama" hatte unter Berufung auf die eidesstattliche Aussage eines anonymen Zeugen berichtet, Schill habe sich auf einer Wahlparty im Kreis von sieben bis acht Führungspersonen seiner Partei weißes Pulver auf das Zahnfleisch gerieben, wie es bei Konsumenten von Kokain üblich sei.
Der für Haaranalysen zuständige Professor Hans Sachs sagte auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in München, Schill sei in Gegenwart eines Notars ein 16 Zentimeter langes, bleistiftdickes Haarbüschel am Hinterkopf abgeschnitten worden. Damit lasse sich der Konsum von Drogen in den vergangenen 16 Monaten nachweisen. "Ich bin ein wenig verunstaltet, aber wenn das der Wahrheitsfindung dient", sagte Schill. "Ich habe ein volles Haupthaar, ich kann mir das leisten. (...) Aber das ist ein sehr aufwändiger Friseurtermin." Ein Ergebnis der Haaruntersuchungen soll frühestens in drei Tagen, spätestens nach einer Woche fest stehen. Zeitungsberichten zufolge soll es sich bei dem von "Panorama" präsentierten Zeugen um einen 27-Jährigen aus der Schill-Partei handeln. Schill sagte, das Parteimitglied sei wohl frustriert gewesen, nicht als Kandidat auf der Bürgerschaftsliste gestanden zu haben und nicht ins Parlament gewählt worden zu sein.
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