Berlin - Die Entscheidung gab der französische GUE-Fraktionsvorsitzende Francis Wurtz am Donnerstag in Straßburg bekannt. Das Rote Kreuz sei in Afghanistan vor Ort und könne schnell mögliche Beweise sichern, bevor diese beseitigt werden.
Grund für den Vorstoß der GUE-Fraktion ist ein Film des britischen Dokumentarfilmers Jamie Doran, der am Mittwoch als Rohfassung auf einer gezeigt wurde. Die GUE stellte den Film am Mittwochabend in Straßburg vor.
"Vorstoß richtet sich nicht gegen USA"
Wurtz kündigte an, seine Fraktion werde für die Juli-Sitzung in Straßburg eine Dringlichkeitsdebatte zu den angeblichen Massenerschießungen beantragen. Außerdem werde sich die GUE an Abgeordnete des US-Kongresses wenden, um Klarheit über die Vorwürfe zu bekommen. "Unser Vorstoß richtet sich nicht gegen die USA, wir wollen nur zur Klärung der Vorwürfe beitragen", sagte Wurtz.
In dem 20-minütigen Filmausschnitt erklären zwei afghanische Soldaten, sie seien Zeugen geworden, wie "30 bis 40 US-Soldaten" in der nordafghanischen Region um Masar-i-Scharif im November vergangenen Jahres an der Erschießung gefangen genommener Taliban-Kämpfer beigewohnt hätten. Die Toten seien im nahe gelegenen Dascht-i-Leili in der Wüste in einem Massengrab verscharrt worden. Bis zu 3000 Gefangene seien verschwunden.
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